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Spanien · Festland

Gerona & Umgebung

Gerona unterscheidet sich von allen anderen Zielen an der spanischen Mittelmeerküste durch eine seltene Dichte: Innerhalb einer kurzen Autofahrt liegen hier eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Altstädte Europas, die Felsbuchten der Costa Brava, die weiten Reisfelder und Feuchtgebiete des Empordà und die ersten Ausläufer der Pyrenäen. Während andere Küstenregionen vor allem Strand bieten, ist ein Gerona Urlaub immer beides – Meer und Kulturlandschaft, Badetag und Altstadtgasse.

Wissenswertes über Gerona & Umgebung

alles, was du vorher wissen willst ♥
Beste Reisezeit Mai, Juni, September und Oktober
Flugzeit ab Frankfurt ca. 1,5 Stunden
Highlights
  • Mittelalterliche Altstadt
  • Felsbuchten der Costa Brava
  • Dalí und Kunstgeschichte
  • Empordà-Weine und Landküche
Überblick

Über Gerona & Umgebung

Das Herz der Region ist der Fluss Onyar, an dessen Ufern sich die berühmten ockerfarbenen, roten und gelben Häuserfronten aneinanderreihen. Von hier führen enge Treppengassen hinauf zur Kathedrale und zur alten Stadtmauer, über die du bei Sonnenuntergang über Dächer und Hügel blickst. Nördlich davon öffnet sich die Ebene des Empordà mit Figueres, der Geburtsstadt Salvador Dalís, und mit Castelló d'Empúries, dessen Basilika man die Kathedrale des Empordà nennt. Weiter südlich reihen sich Steindörfer wie Pals und Töpferorte wie La Bisbal d'Empordà, bevor die Küste bei Castell-Platja d'Aro in breite Sandstrände und versteckte Felsbuchten übergeht. Unterkünfte wie das Hotel Gran Ultonia oder das Ciutat de Girona liegen mitten im Geschehen, während das Aparthotel & Village Golf Beach oder das Castell d'Empordà für ruhige Tage im Grünen stehen.

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Kulinarisch ist deine Gerona Reise ein eigenes Kapitel. Das Empordà gehört zu den spannendsten Weinregionen Kataloniens, der Reis von Pals, Gemüse aus den Küstengärten und Fisch aus den kleinen Häfen landen in Restaurants, die zwischen bodenständiger Landküche und Spitzengastronomie alles abdecken. Dazu gehören Märkte, auf denen du Oliven, Käse und Botifarra probierst, und Dorfplätze, auf denen sich das Leben am Abend ganz von allein ordnet.

Praktisch ist Gerona dabei ausgesprochen entspannt: Die Entfernungen sind kurz, der eigene Flughafen liegt nahe an der Stadt, und ein Mietwagen genügt, um morgens durch Keramikwerkstätten zu stöbern, mittags in einer Bucht zu schwimmen und abends in einem Bergdorf zu essen. Wanderer finden Küstenpfade entlang der Klippen, Radfahrer nutzen die stillgelegten Bahnstrecken, die als Vias Verdes durch die Ebene führen, und Vogelbeobachter stehen in den Aiguamolls de l'Empordà mit dem Fernglas vor Reihern und Störchen.

Ob du für ein langes Wochenende kommst oder für zwei Wochen bleibst: Gerona belohnt beides. Ein Kurztrip reicht für Altstadt, Dalí und einen Strandtag. Wer länger bleibt, merkt, wie unterschiedlich die Region in ihren einzelnen Ecken ist – nördlich der Pyrenäenwind, südlich die Pinienküste und dazwischen eine Ebene voller Bauernhöfe, Klöster und Dörfer, die noch nicht alles dem Tourismus untergeordnet haben.

Anreise

Lage & Anreise

In 1,5 Stunden bist du da! Flugzeit ab Frankfurt

In 1,5 Stunden bist du da!

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Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten

01 / 06

Kathedrale von Girona

Die Catedral de Santa Maria thront über der Altstadt und gehört zu den eindrucksvollsten Sakralbauten Kataloniens.

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Schon der Aufstieg ist Teil des Erlebnisses: Eine breite barocke Freitreppe mit rund 90 Stufen führt vom Platz hinauf zur Fassade, die sich wie eine Bühne über der Stadt aufbaut. Im Inneren erwartet dich ein einziges, gewaltiges gotisches Kirchenschiff ohne Seitenschiffe – mit über 22 Metern Breite das weiteste gotische Gewölbe der Welt. Die Wirkung ist verblüffend, weil der Blick nicht von Pfeilerreihen gebrochen wird, sondern frei bis zum Altar reicht. Der Bau wuchs über Jahrhunderte, weshalb du romanische, gotische und barocke Bauteile direkt nebeneinander findest, am schönsten im romanischen Kreuzgang mit seinen fein gearbeiteten Kapitellen. Im Domschatz hängt der Schöpfungsteppich, der Tapís de la Creació, eine romanische Stickarbeit, die zu den bedeutendsten erhaltenen Textilien des Mittelalters zählt und die Erschaffung der Welt in konzentrischen Bildfeldern erzählt. Plane genug Zeit ein, am besten am Morgen, wenn das Licht durch die hohen Fenster fällt und die Treppe noch leer ist. Audioguides sind im Eintritt meist enthalten und führen dich auch in Kapellen, die man sonst leicht übersieht.

02 / 06

El Call – das jüdische Viertel

Unterhalb der Kathedrale liegt El Call, das jüdische Viertel von Girona, und es gilt als eines der besterhaltenen Europas.

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Hier wohnte über Jahrhunderte eine jüdische Gemeinde, bis sie im Zuge der Vertreibung aus Spanien die Stadt verlassen musste. Was blieb, ist ein Labyrinth aus schmalen, teils überbauten Gassen, steilen Steintreppen, Innenhöfen und Mauern, die Türgewände und Spuren älterer Bauphasen bewahren. Du gehst dort fast immer im Halbschatten, der Lärm der Stadt bleibt draußen, und an vielen Ecken ist nicht sofort klar, ob die Gasse weitergeht oder in einem Hof endet – genau das macht den Reiz aus. Mittelpunkt ist das Museu d'Història dels Jueus, das in einem Gebäudekomplex untergebracht ist, der zur historischen Gemeinde gehörte. Die Ausstellung erzählt von Alltag, Handel, Gelehrsamkeit und Verfolgung und zeigt unter anderem jüdische Grabsteine mit hebräischen Inschriften. Girona war außerdem ein Zentrum der Kabbala-Gelehrsamkeit, was dem Viertel bis heute eine besondere Bedeutung für Besucher aus aller Welt gibt. Nimm dir Zeit zum Verlaufen, und verbinde den Besuch mit einem Spaziergang über die Stadtmauer, die direkt oberhalb verläuft.

03 / 06

Teatre-Museu Dalí in Figueres

In Figueres, im Norden der Region, steht das Museum, das Salvador Dalí selbst in seiner Geburtsstadt einrichten ließ – im Gebäude des alten Stadttheaters, das im Spanischen Bürgerkrieg zerstört worden war.

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Dalí verwandelte die Ruine in ein Gesamtkunstwerk: Von außen erkennst du das Haus an der kuppelgekrönten Silhouette, den riesigen Eiern auf der Dachbrüstung und der mit Brotlaiben verzierten Fassade. Innen gibt es keinen klassischen Rundgang mit nüchtern gehängten Bildern, sondern eine Inszenierung, die du betreten musst: der zentrale Innenhof mit dem Regentaxi, das Mae-West-Zimmer, das sich erst durch eine Linse zum Gesicht zusammensetzt, Deckenmalereien, optische Tricks, Schmuckstücke und Bühnenentwürfe. Gezeigt werden Werke aus allen Schaffensphasen, dazu Arbeiten aus Dalís eigener Sammlung. Der Künstler ist in der Krypta des Hauses bestattet, was dem Besuch einen eigentümlich persönlichen Beiklang gibt. Weil das Museum zu den meistbesuchten Spaniens gehört, lohnt ein Online-Ticket mit Zeitfenster und ein früher oder späterer Slot. Danach passt ein Bummel durch Figueres mit seiner Rambla und dem Markt, oder ein Abstecher in eines der Hotels im Zentrum wie das Hotel Empordá.

04 / 06

Die Häuser am Onyar und die Eiffel-Brücke

Das bekannteste Bild Gironas ist die Häuserzeile am Fluss Onyar: schmale Fassaden in Ocker, Rot, Senfgelb und Terrakotta, die direkt aus dem Wasser aufzusteigen scheinen, mit Balkonen, Wäscheleinen und dahinter dem Turm der Kathedrale.

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Fotografiert wird meist von den Fußgängerbrücken aus, allen voran von der Pont de les Peixateries Velles, der leuchtend rot gestrichenen Eisenkonstruktion, die aus der Werkstatt von Gustave Eiffel stammt und mit ihren Nieten und Streben ein Gegenstück zu den alten Hauswänden bildet. Für die Farben gibt es einen handfesten Grund: Sie wurden nach einem abgestimmten Konzept gewählt, damit die Zeile als Ensemble funktioniert. Je nach Tageszeit verändert sich die Wirkung stark – morgens ruhig und klar, abends warm und spiegelnd. Rund um den Fluss liegt das Alltagsleben der Stadt: Cafés unter den Arkaden der Rambla de la Llibertat, der Wochenmarkt, Buchläden und Bars, in denen Studierende sitzen. Von hier erreichst du in wenigen Minuten die Treppen zur Altstadt, die Arabischen Bäder und die Stadtmauer. Ein Spaziergang flussaufwärts und flussabwärts lohnt sich, weil sich die Perspektive auf die Fassaden mit jeder Brücke ändert.

05 / 06

Castelló d'Empúries und die Aiguamolls de l'Empordà

Castelló d'Empúries war einst Hauptort der Grafschaft Empúries, und das merkt man dem Ortskern bis heute an.

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Über den Dächern steht die Basilika Santa Maria, die wegen ihrer Größe und ihres reich gearbeiteten Portals mit den steinernen Apostelfiguren die Kathedrale des Empordà genannt wird. Im Inneren beeindrucken das hohe Mittelschiff und das gotische Altarretabel aus Alabaster; vom Glockenturm reicht der Blick über die Ebene bis zum Meer und zu den Bergen des Cap de Creus. Drumherum liegen Gassen mit mittelalterlichen Bürgerhäusern, eine alte Brücke, Reste der Befestigung und ruhige Plätze mit Cafés, in denen es deutlich entspannter zugeht als an der Küste. Direkt vor dem Ort beginnt der Naturpark Aiguamolls de l'Empordà, ein Feuchtgebiet aus Lagunen, Kanälen, Schilfflächen und Weiden, das als wichtigste Vogelregion der Costa Brava gilt. Von markierten Wegen und gut gebauten Beobachtungshütten aus siehst du Reiher, Störche, Enten und Greifvögel, im Frühjahr und Herbst dazu zahlreiche Zugvögel. Fernglas einpacken, früh morgens oder in den Abendstunden losgehen und Mückenschutz nicht vergessen – dann ist der Park ein ruhiger Gegenpol zum Strandtag. Unterkünfte wie das Boutique Hotel Comtal Empúries liegen in unmittelbarer Nähe.

06 / 06

Pals und La Bisbal d'Empordà

Pals ist das Steindorf, das viele im Kopf haben, wenn sie an das Empordà denken.

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Der mittelalterliche Kern auf einem Hügel besteht aus honigfarbenen Bruchsteinhäusern, Rundbögen, Blumentöpfen an den Mauern und einer Gassenführung, die bergauf zum alten Wachturm, der Torre de les Hores, führt. Von der Aussichtsterrasse Mirador Josep Pla blickst du über Reisfelder und Pinien bis zum Meer und zu den Medes-Inseln vor der Küste. Der Reis aus den Feldern rund um Pals ist eine regionale Spezialität und steht in vielen Restaurants des Ortes auf der Karte, die Platja de Pals wenige Kilometer entfernt bietet einen langen, breiten Sandstrand mit Dünen. Gut kombinieren lässt sich das mit La Bisbal d'Empordà, dem Töpferort der Region: Entlang der Durchgangsstraße reihen sich Werkstätten und Keramikläden mit Geschirr, Fliesen und Krügen in den typischen gelb-grünen Glasuren, dazu gibt es ein Museum zur Terrakotta-Tradition und den wehrhaften Palast der Bischöfe im Zentrum. Beide Orte sind ideal für einen Tag ohne Strand: vormittags Keramik kaufen, mittags in einer Dorfbodega essen, nachmittags durch Pals bummeln und den Sonnenuntergang vom Mirador aus ansehen.

Reisezeit

Beste Reisezeit & Klima

Mai, Juni, September und Oktober

Die angenehmste Zeit für einen Gerona Urlaub sind Mai und Juni sowie September und Oktober. Dann liegen die Temperaturen meist zwischen 22 und 28 Grad, die Altstadt von Girona lässt sich auch mittags gut erlaufen, und in Figueres oder La Bisbal d'Empordà stehst du nicht in langen Schlangen. Im Juni ist das Meer bereits badewarm, im September und noch bis in den Oktober hinein ist das Wasser durch den Sommer aufgeheizt und oft angenehmer als im Frühjahr – ideal, wenn du Strandtage an der Costa Brava mit Ausflügen kombinieren willst. Wanderer und Radfahrer sind im Frühjahr und Frühherbst klar im Vorteil, ebenso Vogelbeobachter in den Aiguamolls de l'Empordà, wo der Vogelzug im April/Mai und September/Oktober am stärksten ist. Juli und August bringen viel Sonne, warme Nächte und volle Strände, dafür aber auch Hitze im Landesinneren und höhere Preise; wer in dieser Zeit kommt, plant Besichtigungen am besten früh morgens. November bis März ist ruhig und günstig und eignet sich für Städtereisen nach Girona, allerdings schließen an der Küste viele Hotels und Restaurants.

Frühling

Der Frühling ist mild und wechselhaft. Im März liegen die Höchstwerte meist bei 15 bis 18 Grad, im April bei 18 bis 21 Grad, im Mai schon bei 22 bis 25 Grad.

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Nachts kann es im März noch auf 5 bis 8 Grad abkühlen, im Mai sind 12 bis 14 Grad normal. Es gibt vereinzelt Regentage, dazwischen aber viele klare, sonnige Abschnitte mit guter Fernsicht bis in die Pyrenäen. Die Landschaft des Empordà steht in dieser Zeit in Blüte und ist sattgrün. Das Meer ist mit etwa 14 bis 18 Grad noch frisch, Baden ist eher Mai/Juni ein Thema. Ideal für Wanderungen auf den Küstenpfaden, Radtouren und Stadtbesichtigungen.

Sommer

Der Sommer ist warm, sonnig und trocken. Von Juni bis August erreichen die Höchstwerte an der Küste meist 26 bis 30 Grad, im Landesinneren rund um Girona bei Hitzewellen auch über 33 Grad.

Mehr zum Sommer

Die Nächte bleiben mild bei 18 bis 22 Grad, an der Küste oft schwülwarm. Regen fällt selten, meist nur als kurzes Gewitter am späten Nachmittag, das die Luft kurz abkühlt. Die Sonnenstunden sind reichlich, der UV-Index hoch – Sonnenschutz und Siesta-Pausen sind sinnvoll. Das Mittelmeer erwärmt sich auf etwa 23 bis 26 Grad und ist perfekt zum Baden, Schnorcheln und für Bootstouren entlang der Felsküste. Besichtigungen am besten in die Morgenstunden legen.

Herbst

Der Herbst beginnt sommerlich und wird dann allmählich kühler.

Mehr zum Herbst

Im September sind 25 bis 28 Grad üblich, im Oktober 21 bis 24 Grad, im November 15 bis 18 Grad. Die Nächte sinken von etwa 17 Grad im September auf 8 bis 10 Grad im November. Der Herbst ist die regenreichste Jahreszeit der Region: Es kann zu kräftigen, aber meist kurzen Regenfällen kommen, dazwischen stehen viele sonnige, klare Tage. Das Meer hält seine Wärme lange und liegt im September noch bei etwa 23 bis 24 Grad, im Oktober bei rund 20 Grad – Baden ist also oft bis in den Oktober möglich. Weinlese, Pilzsaison und Vogelzug prägen die Landschaft.

Winter

Der Winter ist mild, aber spürbar kühler als an den südspanischen Küsten.

Mehr zum Winter

Die Höchstwerte liegen von Dezember bis Februar meist bei 12 bis 15 Grad, nachts bei 2 bis 6 Grad; in der Ebene des Empordà kann es leichten Frost und Bodenfrost geben, Schnee fällt nur in den höheren Lagen des Hinterlands. Typisch ist die Tramuntana, ein kalter, trockener Nordwind, der tagelang wehen und die Temperatur deutlich kühler erscheinen lassen kann – dafür bringt er strahlend blauen Himmel und beste Sicht. Regen fällt moderat. Baden ist bei Wassertemperaturen um 13 bis 14 Grad kein Thema, dafür ist Girona für Städtereisen angenehm leer.

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