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Spanien · Festland

Aragonien

Aragonien beginnt für dich an einem frühen Morgen auf der Plaza del Pilar in Saragossa: Der Ebro zieht breit und ruhig an der Stadt vorbei, die Kuppeln der Basílica del Pilar glänzen schon im ersten Licht, und an einem der Cafés am Platz stellt dir der Kellner einen Café solo und ein Stück Tortilla hin, während die Stadt langsam erwacht. Zwei Stunden später stehst du vielleicht schon in einer Schlucht der Pyrenäen oder in einer Gasse, die seit dem Mittelalter kaum breiter geworden ist.

Wissenswertes über Aragonien

alles, was du vorher wissen willst ♥
Beste Reisezeit Mai, Juni, September und Oktober – für Wintersport Dezember bis März
Flugzeit ab Frankfurt ca. 2 Stunden
Highlights
  • Pyrenäen-Täler und Gipfel
  • Mudéjar-Weltkulturerbe
  • Mittelalterliche Bergdörfer
  • Thermalquellen und Weinregionen
Überblick

Über Aragonien

Die Region im Nordosten Spaniens reicht von den Hochgipfeln der Pyrenäen bis in die weiten, kargen Ebenen des Ebrotals und hinauf in die rauen Bergländer der Provinz Teruel. Im Norden rund um Huesca erwarten dich Gletschertäler, Wasserfälle und Wanderwege, die zu den schönsten Spaniens gehören. Im Süden liegen stille Dörfer aus ockerfarbenem Stein, in denen du abends die eigenen Schritte hörst. Dazwischen: Weinberge, Olivenhaine, Thermalquellen und eine Küche, die ehrlich und kräftig ist – Ternasco vom Lamm, Käse aus den Bergen, Wein aus Cariñena oder Somontano.

Weiterlesen: Aragonien entdecken

Wer eine Aragonien Reise plant, findet eine Region, die ohne Massentourismus auskommt. Saragossa verbindet römische Fundamente, maurische Paläste und eine lebendige Tapas-Szene in der Altstadt. Huesca ist dein Tor zu den Pyrenäen, mit Hotels wie dem abba Huesca Hotel oder dem Hotel Pedro I de Aragón als bequemem Standquartier. In Alcañiz, dem Zentrum des Bajo Aragón, thront die Burg der Calatrava-Ritter über der Stadt, und das nahe Motorland zieht Motorsportfans an. Fraga liegt am Übergang nach Katalonien, umgeben von Obstplantagen und der eigenartig schönen Halbwüste der Monegros. Alhama de Aragón lebt seit der Antike von seinen heißen Quellen – hier badest du in Wasser, das schon die Römer schätzten. Und Teruel sowie das benachbarte Albarracín gelten vielen als die stillsten, stimmungsvollsten Orte des ganzen Landes.

Du bist flexibel unterwegs: Die Entfernungen sind mit dem Mietwagen gut zu bewältigen, Saragossa ist per Hochgeschwindigkeitszug an Madrid und Barcelona angebunden. Ob du wandern, Kultur erleben, Thermen besuchen oder im Winter Ski fahren willst – Aragonien lässt dich wählen, ohne dass du dich festlegen musst.

Und am Ende bleibt genau das in Erinnerung: die Weite über dem Ebro, das Rot der Mudéjar-Türme am Abend, der kühle Wind in einem Pyrenäental und das Gefühl, eine Region gefunden zu haben, die noch nicht jeder kennt.

Anreise

Lage & Anreise

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Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten

01 / 06

Basílica del Pilar und Altstadt von Saragossa

Die Basílica de Nuestra Señora del Pilar am Ufer des Ebro ist das Wahrzeichen Aragoniens und eines der wichtigsten Marienheiligtümer Spaniens.

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Ihre barocke Wucht mit den vielen bunt gekachelten Kuppeln und Türmen wirkt vom Fluss aus beinahe wie eine eigene Stadt. Im Inneren lohnt der Blick nach oben: Francisco de Goya, der in Fuendetodos südlich von Saragossa geboren wurde, hat hier Deckenfresken geschaffen – ein seltener Moment, in dem du Werke dieses Künstlers dort siehst, wofür sie gemalt wurden. Direkt neben der Basilika steht die Kathedrale La Seo, deren Mudéjar-Außenwand zum UNESCO-Welterbe gehört. Die riesige Plaza del Pilar dazwischen ist abends Treffpunkt der ganzen Stadt. Nur wenige Schritte entfernt beginnt das Gassengewirr von El Tubo, dem Tapas-Viertel, wo du dich von Bar zu Bar durchprobierst. Dass Saragossa als römische Gründung Caesaraugusta begann, zeigen die Museen am Forum, am Hafen und am Theater, deren Ausgrabungen mitten im Stadtzentrum liegen. Für einen Aragonien Urlaub ist die Stadt der natürliche Ausgangspunkt: gut erreichbar, lebendig und überschaubar genug, um sie zu Fuß zu erobern.

02 / 06

Aljafería-Palast in Saragossa

Der Aljafería ist der eindrucksvollste erhaltene maurische Palast nördlich von Andalusien und stammt aus der Zeit, als Saragossa Hauptstadt eines muslimischen Taifa-Reiches war.

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Hinter wehrhaften Rundtürmen und schlichten Mauern öffnet sich eine Welt aus filigranen Hufeisenbögen, geschnitzten Stuckornamenten, Spitzbögen und einem von Wasserbecken und Orangenbäumen geprägten Innenhof. Nach der christlichen Eroberung bauten die Könige von Aragonien die Anlage zur Residenz um, später nutzten die Katholischen Könige sie ebenfalls – diese Schichten liest du beim Rundgang Raum für Raum ab, von islamischer Ornamentik über gotische Säle bis zu prachtvollen Mudéjar-Kassettendecken. Besonders schön ist der goldene Thronsaal im Obergeschoss mit seiner reich gearbeiteten Holzdecke. Der Aljafería gehört zum UNESCO-Welterbe der Mudéjar-Architektur Aragoniens und ist heute Sitz des aragonesischen Regionalparlaments, weshalb die Öffnungszeiten je nach Sitzungsbetrieb variieren – ein Blick auf die aktuellen Zeiten vorab lohnt sich. Wer sich für die Begegnung von islamischer und christlicher Kunst in Spanien interessiert, findet hier ein Schlüsselbauwerk, das trotz seiner Bedeutung angenehm wenig überlaufen ist und sich in rund zwei Stunden in Ruhe erkunden lässt.

03 / 06

Nationalpark Ordesa y Monte Perdido

Einer der ältesten Nationalparks Spaniens liegt in den Pyrenäen der Provinz Huesca und ist für viele der landschaftliche Höhepunkt einer Aragonien Reise.

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Herzstück ist das Ordesa-Tal, ein von Gletschern geformter Trog mit senkrechten Kalkwänden, Buchen- und Kiefernwäldern und einem klaren Fluss, der sich über Stufen und Kaskaden nach unten arbeitet. Von der Pradera de Ordesa führt der klassische Weg entlang des Tals bis zum Wasserfall Cola de Caballo, dem Pferdeschweif – eine Tagestour, die auch mit normaler Kondition machbar ist. Anspruchsvollere Wanderer nehmen die Faja de Pelay, einen Balkonweg hoch über dem Tal, mit Ausblicken, die den Aufstieg sofort rechtfertigen. Der namensgebende Monte Perdido erreicht über 3.300 Meter; dazu gehören die wilderen Sektoren Añisclo, Escuaín und Pineta. Mit Glück siehst du Gämsen an den Hängen und Gänse- oder Bartgeier über den Wänden kreisen. Das Gebiet ist zusammen mit der französischen Seite als UNESCO-Welterbe geschützt. In der Hochsaison fährst du ab dem Bergdorf Torla mit dem Shuttlebus ins Tal, da die Zufahrt für Privatautos gesperrt ist – gut planen, früh starten, Zeit mitbringen.

04 / 06

Albarracín

Albarracín in der Provinz Teruel gilt als einer der schönsten Orte Spaniens, und das merkst du schon beim ersten Blick von der Straße: Die Häuser kleben in rosa-ockerfarbenem Gips an einem Felssporn, umschlossen von einer Flussschlinge des Guadalaviar und überragt von einer Mauer, die sich den Hang hinaufzieht.

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Oben steht der Torre del Andador, von dem aus du die Dächer, die Kathedrale und die kahlen Berge ringsum überblickst. In der Altstadt verlaufen die Gassen so eng und steil, dass sich die Obergeschosse beinahe berühren; typisch sind die schmiedeeisernen Gitter, die geschnitzten Holzbalkone und die Türen mit schweren Klopfern. Albarracín war im Mittelalter Zentrum einer eigenen Herrschaft, später bischöflicher Sitz, und steht als Ganzes unter Denkmalschutz. Rund um den Ort erstreckt sich das Naturschutzgebiet Pinares de Rodeno mit rot leuchtenden Sandsteinformationen und prähistorischen Felsmalereien, die zum UNESCO-Welterbe der Felsbildkunst des Mittelmeerraums gehören. Plane mindestens einen halben Tag ein, besser eine Übernachtung: Wenn die Tagesbesucher weg sind und die Beleuchtung angeht, ist Albarracín fast noch eindrucksvoller als im Tageslicht.

05 / 06

Mudéjar-Architektur von Teruel

Teruel ist die Hauptstadt des Mudéjar – jenes Baustils, in dem muslimische Handwerker nach der Reconquista für christliche Auftraggeber arbeiteten und dabei Ziegel, glasierte Keramik und geometrische Muster zu etwas ganz Eigenem verbanden.

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Die Türme von El Salvador und San Martín gehören zu den schönsten Beispielen überhaupt: schlanke Ziegeltürme, überzogen mit grün-weißem Fliesendekor, das in der Abendsonne zu leuchten beginnt. Den Turm von El Salvador kannst du innen besteigen und dabei die ungewöhnliche Konstruktion mit innerem Kern und umlaufender Treppe nachvollziehen. In der Kathedrale Santa María de Mediavilla verbirgt sich unter dem Dach eine bemalte Holzdecke, die als eines der bedeutendsten Zeugnisse mittelalterlicher Malerei Spaniens gilt und wegen ihrer Fülle an Szenen gern als Sixtinische Kapelle der Mudéjar-Kunst bezeichnet wird. Das Ensemble zählt zum UNESCO-Welterbe. Dazu kommt die romantische Legende der Liebenden von Teruel, deren Mausoleum du besuchen kannst, sowie die Treppenanlage Escalinata am Bahnhof. Teruel ist klein, ruhig und wenig touristisch – ideal für eine Übernachtung im Hotel Civera, bevor es weiter nach Albarracín oder in die Berge der Sierra de Gúdar geht.

06 / 06

Monasterio de Piedra bei Alhama de Aragón

Im Südwesten der Provinz Saragossa, in Reichweite der Thermalorte Alhama de Aragón und Nuévalos, liegt mit dem Monasterio de Piedra ein Ort, den man in dieser trockenen Landschaft kaum erwartet.

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Rund um das ehemalige Zisterzienserkloster hat der Fluss Piedra über Jahrtausende Kalktuff abgelagert und dabei einen Park aus Wasserfällen, Grotten, Becken und Seen geschaffen. Der bekannteste Fall, ebenfalls Cola de Caballo genannt, stürzt mehrere Dutzend Meter in einen Kessel, den du von unten durch eine feuchte Höhle betreten kannst – die Gruta Iris, in der das Wasser als Vorhang vor dem Eingang hängt. Angelegte Wege führen in mehreren Rundgängen durch den Park, vorbei an Spiegelseen und immer neuen Kaskaden. Die Klostergebäude selbst beherbergen unter anderem ein Museum zur Geschichte der Schokolade in Spanien, und ein Teil der Anlage dient heute als Hotel. Die Kombination aus Wasser, Grün und Steinarchitektur macht den Besuch besonders im Frühjahr lohnend, wenn die Fälle am kräftigsten fließen. Wer in Alhama de Aragón in den Thermen entspannt, hat hier das perfekte Ausflugsziel für einen ganzen Tag.

Reisezeit

Beste Reisezeit & Klima

Mai, Juni, September und Oktober – für Wintersport Dezember bis März

Die angenehmste Zeit für einen Aragonien Urlaub sind das späte Frühjahr und der Frühherbst. Im Mai und Juni blüht die Landschaft, die Wasserfälle in den Pyrenäen und im Monasterio de Piedra führen viel Wasser, und die Temperaturen in Saragossa, Huesca und Teruel liegen in einem Bereich, in dem Stadtbesichtigungen und Wanderungen gleichermaßen gut funktionieren. September und Oktober bringen stabiles, mildes Wetter, Weinlese in Cariñena und Somontano sowie prächtige Herbstfarben in den Buchenwäldern von Ordesa – für viele die schönsten Wochen des Jahres. Der Juli und August sind im Ebrotal sehr heiß; wer dann kommt, verlegt Besichtigungen auf den Morgen und Abend oder geht gleich in die Höhenlagen der Pyrenäen, wo es deutlich kühler bleibt. Für Hochgebirgstouren und die Wanderwege im Nationalpark ist der Zeitraum von Ende Juni bis Mitte Oktober am verlässlichsten, weil Schneefelder und gesperrte Pfade dann kaum ein Thema sind. Zwischen Dezember und März dreht sich alles um Schnee: Die Skigebiete der aragonesischen Pyrenäen rund um das Tena- und Aragón-Tal haben Saison, während in Alhama de Aragón die Thermen ganzjährig geöffnet sind. Albarracín und Teruel sind auch im Winter reizvoll, dann allerdings sehr kalt.

Frühling

Im März noch frisch mit 12 bis 16 Grad im Ebrotal, im April und Mai steigen die Tageswerte auf angenehme 18 bis 24 Grad, nachts bleibt es mit 5 bis 10 Grad kühl.

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Es ist die niederschlagsreichste Zeit des Jahres, wobei die Regenmengen in Aragonien insgesamt gering bleiben – häufig sind kurze Schauer, dazwischen viel Sonne. In den Pyrenäen liegt bis in den Mai hinein Schnee in den Höhenlagen, die Täler sind dann besonders grün und die Bäche wasserreich. In Teruel und Albarracín ist es wegen der Höhenlage spürbar kühler als in Saragossa. Der kalte Nordwestwind Cierzo kann die Temperaturen im Ebrotal zeitweise unangenehm drücken – eine Windjacke gehört ins Gepäck.

Sommer

Im Ebrotal wird es richtig heiß. Saragossa, Fraga und Alcañiz erreichen im Juli und August regelmäßig 32 bis 36 Grad, Spitzen über 38 Grad sind möglich, bei sehr trockener Luft und viel Sonnenschein.

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Nachts kühlt es auf etwa 18 bis 21 Grad ab. Regen fällt kaum, gelegentlich gibt es nachmittägliche Gewitter. Deutlich erträglicher ist es in der Höhe: In Teruel und Albarracín liegen die Tageswerte einige Grad niedriger und die Nächte sind frisch, in den Pyrenäen rund um Huesca und im Nationalpark Ordesa bewegen sich die Temperaturen oft zwischen 22 und 27 Grad – ideal zum Wandern, auch wenn im Hochgebirge nachmittags Gewitter aufziehen können.

Herbst

Der September gehört zu den besten Reisemonaten mit 25 bis 29 Grad am Tag und milden Abenden.

Mehr zum Herbst

Im Oktober geht es auf 18 bis 22 Grad zurück, im November auf 12 bis 15 Grad, begleitet von kühlen Nächten. Die Niederschläge nehmen besonders im Oktober wieder zu, bleiben aber moderat und wechseln sich mit langen klaren Abschnitten ab. Im Ebrotal bilden sich im Spätherbst morgens häufig Nebelfelder, die sich oft erst gegen Mittag auflösen. In den Pyrenäen sorgen Buchen- und Lärchenwälder für intensive Herbstfarben, oberhalb von 2.000 Metern fällt ab Oktober erster Schnee. Eine gute Zeit für Kultur, Weingüter und Wanderungen in mittleren Höhen.

Winter

Im Ebrotal bleibt es mit 8 bis 12 Grad am Tag und 0 bis 3 Grad in der Nacht kühl, trocken und oft grau durch zähen Hochnebel; der Cierzo lässt die Temperaturen gefühlt deutlich sinken.

Mehr zum Winter

Teruel und Albarracín gehören zu den kältesten Orten Spaniens, hier sind Nachtfröste von minus 5 Grad und darunter normal, tagsüber werden 6 bis 9 Grad erreicht, dazu kommt gelegentlich Schnee. In den Pyrenäen der Provinz Huesca herrscht verlässlicher Winter mit reichlich Schnee in den Skigebieten und Temperaturen um oder unter dem Gefrierpunkt. Perfekt für Wintersport, Thermalbäder in Alhama de Aragón und Städtetrips mit warmer Jacke.

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