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Frankreich · Provence

Provence

Provence – es ist kurz nach acht Uhr morgens, du stehst auf dem Markt von L'Isle-sur-la-Sorgue zwischen Körben voller Aprikosen, Oliven und violetten Lavendelsträußen. Ein Bäcker schiebt dir ein Stück Fougasse über die Theke, nebenan drehen sich die alten, moosbewachsenen Wasserräder träge in der Sorgue, und über allem liegt dieses klare Licht, das Maler seit Generationen in den Süden Frankreichs zieht.

Wissenswertes über Provence

alles, was du vorher wissen willst ♥
Beste Reisezeit Mai, Juni, September und Anfang Oktober
Flugzeit ab Frankfurt ca. 1,5 Stunden
Highlights
  • Lavendelfelder auf dem Hochplateau
  • Päpstliches Avignon
  • Türkisgrüne Verdonschlucht
  • Provenzalische Wochenmärkte
Überblick

Über Provence

Die Provence ist kein einzelner Ort, sondern eine ganze Landschaft aus Gegensätzen zwischen Rhône, Mittelmeer und Alpen. Im Westen thront in Avignon der gewaltige Papstpalast über der Altstadt, in Arles erzählen die römische Arena und das antike Theater von einer Vergangenheit, die hier noch immer spürbar ist. Aix-en-Provence empfängt dich mit Platanenalleen, plätschernden Brunnen und dem Cours Mirabeau, wo du den Nachmittag einfach im Straßencafé verstreichen lässt. Dazwischen liegen Dörfer wie Mallemort, Vence oder Fayence, in denen das Leben rund um den Marktplatz stattfindet.

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Je weiter du nach Osten kommst, desto wilder wird es. Hinter Moissac-Bellevue und Le Cannet-des-Maures steigen bewaldete Hügel an, die Verdonschlucht schneidet sich türkisgrün in weißen Kalkstein, und rund um Digne-les-Bains und Embrun beginnen die provenzalischen Alpen mit Gipfeln, Bergseen und kühler, klarer Luft. Eine Provence Reise kann deshalb beides sein: Kulturgenuss in alten Städten und Aktivurlaub mit Wandern, Radfahren, Kajak und Baden – oft am selben Tag.

Kulinarisch wirst du schnell schwach. Ratatouille, Bouillabaisse an der Küste, Lammgerichte mit Kräutern der Provence, Ziegenkäse, Tapenade, Honig vom Lavendelfeld und ein gut gekühlter Rosé, der hier zur Landschaft gehört wie Zikaden und Zypressen. Dazu kommen Wochenmärkte in fast jedem Ort, Weingüter zum Verkosten und Olivenmühlen, in denen du dich durch verschiedene Pressungen probieren kannst.

Auch beim Übernachten hast du die Wahl: historische Mauern wie das Moulin de Vernègues Hotel & Spa bei Mallemort, zentrale Adressen in Avignon und Aix-en-Provence, ruhige Landhotels wie La Bastide du Calalou in Moissac-Bellevue oder ein Golf- und Spa-Resort wie Terre Blanche bei Fayence. Die Anreise ist unkompliziert – über den Flughafen Marseille-Provence in Marignane bist du in kurzer Zeit mitten in der Region, und mit dem Mietwagen erschließt du dir die Dörfer, Schluchten und Lavendelhochebenen in deinem eigenen Tempo. Am Ende nimmst du mehr mit als Fotos: den Duft von Kräutern, das Zirpen der Zikaden und die Gewissheit, dass du wiederkommen wirst.

Anreise

Lage & Anreise

In 1,5 Stunden bist du da! Flugzeit ab Frankfurt

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Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten

01 / 06

Papstpalast in Avignon

Der Palais des Papes ist eines der größten gotischen Bauwerke Europas und das unbestrittene Wahrzeichen Avignons.

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Im 14. Jahrhundert residierten hier die Päpste, und der Palast war für Jahrzehnte das Machtzentrum der westlichen Christenheit. Schon von außen ist die Wirkung gewaltig: wuchtige Mauern, Wehrtürme und Zinnen, die eher an eine Festung als an eine Residenz erinnern. Innen erwarten dich riesige Säle, die Kapellen mit ihren Freskenresten, die privaten Gemächer der Päpste und ein Rundgang, der dir mit Tablet-Führungen die einstige Ausstattung vor Augen führt. Plane ruhig zwei bis drei Stunden ein, denn das Gebäude ist weitläufig und die Treppen fordern etwas Kondition. Die Altstadt von Avignon mit Palast, Kathedrale und Stadtmauer gehört zum UNESCO-Welterbe. Gleich in der Nähe liegt die berühmte Brücke Pont Saint-Bénézet, von der nur noch wenige Bögen in die Rhône hinausragen – das Motiv kennst du aus dem Kinderlied 'Sur le pont d'Avignon'. Vom Felsgarten Rocher des Doms oberhalb des Palastes hast du einen schönen Blick über den Fluss. Rundherum laden Gassen, Plätze und Terrassen zum Bummeln ein, und wer im Sommer kommt, erlebt die Stadt während des großen Theaterfestivals in voller Betriebsamkeit.

02 / 06

Antike Arena von Arles

Das römische Amphitheater von Arles ist das Herzstück einer Stadt, die ihre Antike nie versteckt hat.

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Erbaut in römischer Zeit, bot die Arena mehreren Zehntausend Zuschauern Platz und diente Gladiatorenkämpfen und Wagenrennen. Im Mittelalter wurde das Rund zur befestigten Siedlung umgebaut – Wohnhäuser, Gassen und Wachtürme standen innerhalb der Mauern, woran heute noch die erhaltenen Türme erinnern. Du kannst über die Ränge steigen, durch die Bogengänge laufen und von oben über die Ziegeldächer von Arles bis zur Rhône blicken. Bis heute wird die Arena genutzt: Zu den Ferias finden hier Stierspiele und Veranstaltungen statt, die die ganze Stadt auf die Beine bringen. Die römischen und romanischen Baudenkmäler von Arles stehen auf der UNESCO-Welterbeliste, und mit einem Kombiticket erkundest du auch das antike Theater, die Thermen und die Nekropole Alyscamps. Arles ist außerdem untrennbar mit Vincent van Gogh verbunden, der hier einige seiner bekanntesten Bilder schuf – ein ausgeschilderter Rundgang führt zu den Orten, die er gemalt hat. Danach lohnt eine Pause auf der Place du Forum, wo die Caféterrassen am Abend voll besetzt sind und die Stadt ihr südfranzösisches Tempo findet.

03 / 06

Cours Mirabeau und die Altstadt von Aix-en-Provence

Aix-en-Provence gilt als die eleganteste Stadt der Provence, und der Cours Mirabeau ist ihre Bühne.

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Die breite Allee wird von mächtigen Platanen beschattet, deren Kronen im Sommer ein grünes Dach bilden. Entlang der Straße reihen sich Stadtpalais aus dem 17. und 18. Jahrhundert, Buchläden, Confiserien mit den typischen Calissons und Caféterrassen, auf denen Studierende, Einheimische und Reisende nebeneinandersitzen. Am westlichen Ende sprudelt die große Fontaine de la Rotonde – Aix wird nicht umsonst die Stadt der tausend Brunnen genannt, und beim Bummeln durch die Altstadt stolperst du immer wieder über moosbewachsene Wasserspiele. Die Gassen nördlich des Cours führen zu Plätzen wie der Place Richelme, wo täglich Obst, Gemüse, Käse und Oliven verkauft werden, und weiter zur Kathedrale Saint-Sauveur. Aix ist zudem die Heimatstadt von Paul Cézanne: Sein erhaltenes Atelier am Stadtrand kannst du besichtigen, und die Montagne Sainte-Victoire, die er immer wieder malte, erhebt sich östlich der Stadt und ist ein beliebtes Wanderziel. Abends wird Aix lebendig, wenn sich die Restaurants in den engen Straßen füllen und Musik über die Plätze zieht.

04 / 06

Verdonschlucht und Lac de Sainte-Croix

Die Gorges du Verdon zählen zu den spektakulärsten Schluchten Europas.

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Über viele Kilometer hat sich der Fluss Verdon tief in weißen Kalkstein gegraben, stellenweise fallen die Felswände mehrere Hundert Meter senkrecht ab. Das Wasser leuchtet in einem Türkisgrün, das auf Fotos kaum echt wirkt. Du kannst die Schlucht auf verschiedene Weisen erleben: Panoramastraßen führen an beiden Seiten entlang und bieten an zahlreichen Aussichtspunkten Blicke in die Tiefe, Wanderwege ziehen durch den Canyon, und auf dem Wasser sind Kajak, Kanu und Tretboot unterwegs. Am westlichen Ende staut sich der Verdon zum Lac de Sainte-Croix, einem großen Stausee mit Kiesstränden, Badebuchten und Bootsverleih – ideal für einen entspannten Tag nach den Serpentinen. Oberhalb klebt das Dorf Moustiers-Sainte-Marie an den Fels, bekannt für seine Fayencen und den Aufstieg zur Kapelle über dem Ort. Die Region rund um Moissac-Bellevue und Aups ist ein guter Ausgangspunkt, wenn du mehrere Tage bleiben möchtest. Nimm Badesachen, feste Schuhe und genügend Wasser mit, denn im Hochsommer wird es in der Schlucht sehr warm und die Parkplätze an den Aussichtspunkten sind früh belegt.

05 / 06

L'Isle-sur-la-Sorgue

Das Städtchen L'Isle-sur-la-Sorgue wird gern das Venedig der Provence genannt, weil sich der klare Fluss Sorgue in mehrere Arme teilt und den historischen Kern regelrecht umfließt.

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Überall begegnen dir die alten, moosbewachsenen Wasserräder, die früher Mühlen, Färbereien und Papiermanufakturen antrieben und heute gemächlich vor sich hin drehen. Das kühle Wasser und die Platanen sorgen selbst an heißen Tagen für angenehme Temperaturen. Berühmt ist der Ort vor allem für den Handel mit Antiquitäten: Zahlreiche Händler und Antiquitätendörfer haben sich hier angesiedelt, und am Wochenende verwandelt sich die Stadt in einen großen Markt, auf dem von Möbeln über Leinen bis zu altem Geschirr und Trödel alles zu finden ist. Parallel dazu läuft der provenzalische Lebensmittelmarkt mit Lavendel, Käse, Oliven, Gewürzen und Kräutern – eine der schönsten Gelegenheiten, Mitbringsel zu kaufen. Zwischen den Ständen lohnt der Blick in die Stiftskirche mit ihrer überbordend barocken Ausstattung. Unweit davon entspringt die Sorgue bei Fontaine-de-Vaucluse aus einer Felsquelle, die je nach Jahreszeit beeindruckend viel Wasser führt. Komm früh, dann findest du leichter einen Parkplatz und erlebst den Markt, bevor der große Andrang einsetzt.

06 / 06

Plateau de Valensole und die Lavendelfelder

Wenn ein Bild für die Provence steht, dann dieses: endlose violette Reihen, die bis zum Horizont laufen, dazwischen einzelne Steinhäuser und Baumgruppen, darüber ein tiefblauer Himmel.

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Das Plateau de Valensole im Osten der Region ist eines der größten zusammenhängenden Lavendelanbaugebiete und zieht in der Blütezeit Reisende aus aller Welt an. Die Hochebene liegt auf mehreren Hundert Metern Höhe, weshalb die Blüte hier später einsetzt als im Tiefland – in der Regel ab Mitte Juni, mit dem Höhepunkt im Juli, bevor die Ernte die Felder abräumt. Die Luft ist in dieser Zeit erfüllt vom Summen der Bienen und einem Duft, den du so schnell nicht vergisst. Entlang der Straßen verkaufen Höfe ätherische Öle, Seifen, Honig und Lavendelsäckchen direkt ab Hof, manche bieten Führungen durch ihre Destillerien an. Neben Lavendel wachsen hier Mandelbäume und Getreide, sodass die Hochebene auch im Frühling mit Blüten punktet. Von Valensole aus bist du schnell in Moustiers-Sainte-Marie und am Verdon, Richtung Norden führt der Weg nach Digne-les-Bains. Für Fotos sind die frühen Morgen- und die späten Abendstunden am schönsten – bitte die Felder dabei nicht betreten, sie sind bewirtschaftetes Land.

Reisezeit

Beste Reisezeit & Klima

Mai, Juni, September und Anfang Oktober

Die angenehmste Zeit für einen Provence Urlaub sind Mai bis Anfang Juli sowie September und Anfang Oktober. Im Mai und Juni ist die Landschaft grün, die Temperaturen liegen meist in einem sehr angenehmen Bereich, und Städte wie Avignon, Arles und Aix-en-Provence sind noch nicht überlaufen. Wer die Lavendelblüte auf dem Plateau de Valensole erleben möchte, reist am besten von Mitte Juni bis Mitte Juli – auf den höher gelegenen Hochebenen blüht es später als im Tiefland, die genauen Termine schwanken je nach Witterung. Juli und August sind heiß, trocken und die Hauptreisezeit der Franzosen: ideal zum Baden am Lac de Sainte-Croix oder an der Küste, aber mit vollen Stränden, höheren Preisen und spürbarem Verkehr. Der September gilt bei vielen als schönster Monat: warmes Wasser, milde Abende, Weinlese und deutlich entspanntere Städte. Im Oktober wird es ruhiger und regnerischer, dafür leuchten die Weinberge herbstlich. Für Wanderungen in den provenzalischen Alpen rund um Digne-les-Bains und Embrun eignen sich Juni bis September am besten, während dort im Winter Schnee und Wintersport möglich sind. Ganzjährig kann der Mistral wehen, ein kräftiger kalter Nordwind, der die Luft klar macht, aber die gefühlte Temperatur deutlich senkt.

Frühling

Von März bis Mai steigen die Tageswerte von rund 14 bis 17 Grad im März auf etwa 20 bis 23 Grad im Mai, nachts bleibt es mit 5 bis 11 Grad noch frisch.

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Es ist die Zeit der Mandel- und Obstblüte, die Landschaft ist grün und die Sonne zeigt sich schon zuverlässig. Vereinzelte Regenschauer sind möglich, vor allem im April. Typisch für das Frühjahr ist der Mistral, der tagelang wehen kann, für strahlend klare Sicht sorgt, aber empfindlich kalt wirkt – eine Windjacke gehört ins Gepäck. In den höheren Lagen um Digne-les-Bains und Embrun ist es mehrere Grad kühler und in den Bergen liegt oft noch Schnee.

Sommer

Juni bis August ist heiß und sehr trocken.

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Die Tageshöchstwerte liegen meist zwischen 28 und 32 Grad, in Hitzeperioden werden im Rhônetal und rund um Avignon und Arles auch 35 Grad und mehr erreicht. Nachts kühlt es auf angenehme 17 bis 20 Grad ab. Regen fällt kaum, dafür gibt es gelegentlich kräftige Nachmittagsgewitter, besonders im Bergland. Die Sonne scheint sehr viele Stunden am Tag, der UV-Index ist hoch – Sonnenschutz, Kopfbedeckung und viel Wasser sind Pflicht. Für Besichtigungen eignen sich Vormittag und später Nachmittag am besten, die Mittagszeit verbringst du wie die Einheimischen im Schatten oder am Wasser.

Herbst

Der September ist oft noch sommerlich mit 24 bis 27 Grad am Tag und warmen Abenden, dazu angenehm warmem Badewasser.

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Im Oktober sinken die Werte auf etwa 19 bis 22 Grad, im November auf 13 bis 16 Grad. Gleichzeitig nehmen die Niederschläge deutlich zu: Oktober und November gehören zu den regenreichsten Monaten, teils mit kräftigen, aber meist kurzen Regenereignissen. Zwischen den Tiefs stehen klare, milde Tage mit intensivem Licht. Es ist die Zeit der Weinlese, der Oliven- und Trüffelernte und damit kulinarisch eine der spannendsten Phasen des Jahres.

Winter

Von Dezember bis Februar bleibt es im Tiefland mild.

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Tagsüber werden meist 10 bis 13 Grad erreicht, nachts liegen die Werte um 2 bis 5 Grad, Frost ist möglich, Schnee in Avignon, Arles oder Aix-en-Provence dagegen selten. Trotz kurzer Tage gibt es viele sonnige, klare Phasen, die jedoch durch den Mistral empfindlich kalt wirken können. Ganz anders sieht es in den provenzalischen Alpen um Digne-les-Bains und Embrun aus: Dort herrscht echter Winter mit Schnee, Minusgraden und Skibetrieb. In den Städten ist es die ruhigste Reisezeit mit wenig Andrang, allerdings haben manche Hotels und Restaurants in kleineren Orten geschlossen.

Unterwegs

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