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Italien · Basilikata

Basilikata

Basilikata, diese raue Landschaft zwischen zwei Meeren, nimmt dich in dem Moment in Beschlag, in dem sich die Straße über den ersten Pass schraubt: Unter dir liegen kahle Lehmhügel, die in der Mittagssonne fast weiß leuchten, dahinter schichten sich Bergketten in immer blasseren Blautönen, und irgendwo dazwischen klebt ein Dorf an einem Felsen, als hätte es dort jemand vergessen. Es ist eine Weite, die still macht.

Wissenswertes über Basilikata

alles, was du vorher wissen willst ♥
Beste Reisezeit Mai, Juni, September und Anfang Oktober
Flugzeit ab Frankfurt ca. 2 Stunden
Highlights
  • Weltkulturerbe Sassi
  • Weite ionische Sandstrände
  • Wildes Bergpanorama
  • Herzhafte lukanische Küche
Überblick

Über Basilikata

Das Herzstück dieser Region ist Matera. Die Stadt wächst aus einer Schlucht heraus: Tausende Höhlenwohnungen, Treppen, Dächer und Gassen stapeln sich in den beiden Sassi-Vierteln übereinander, bis du nicht mehr unterscheiden kannst, was Fels und was Haus ist. In den 1950er-Jahren wurden die Sassi zwangsweise geräumt und galten lange als Schandfleck, heute stehen sie auf der UNESCO-Welterbeliste und Matera war 2019 Europäische Kulturhauptstadt. Du schläfst hier in Höhlenzimmern, trinkst abends Wein auf einer Terrasse über der Gravina-Schlucht und siehst zu, wie der Tuffstein golden wird.

Weiterlesen: Basilikata entdecken

Dabei ist die Basilikata viel mehr als Matera. Im Osten läuft die Region in die lange, flache Ionische Küste aus – bei Marina di Nova Siri findest du breite Sandstrände, warmes, sanft abfallendes Wasser und Pinienhaine direkt hinter den Dünen, ideal, wenn du mit Kindern reist. Im Westen hat die Basilikata nur einen kurzen, aber spektakulären Zugang zum Tyrrhenischen Meer: Bei Maratea stürzen bewaldete Kalkberge in türkisfarbene Buchten, erreichbar über Serpentinen mit Dauer-Aussicht. Und dazwischen liegt das Gebirge, mit Potenza als höchstgelegener Regionalhauptstadt Italiens und den zerklüfteten Felsnadeln der Dolomiti Lucane.

Gegessen wird hier bodenständig und kräftig: Peperoni cruschi, die knusprig getrockneten süßen Paprikaschoten, Cavatelli mit Bohnen, Lammgerichte aus dem Ofen, Pane di Matera mit seiner dicken Kruste, dazu Aglianico del Vulture, ein dunkler, erdiger Rotwein von den Hängen des erloschenen Vulkans Monte Vulture. In den Dörfern wirst du oft gefragt, woher du kommst – Tourismus ist abseits von Matera noch keine Routine, und das merkst du an der Herzlichkeit.

Plane deine Basilikata Reise am besten mit einem Mietwagen, denn die Entfernungen fühlen sich wegen der kurvigen Bergstraßen größer an, als die Karte verspricht. Kombiniere ein paar Nächte in Matera mit Badetagen am Ionischen Meer und einem Ausflug in die Berge, und du hast innerhalb einer Woche Höhlenstadt, Strand, Hochgebirge und antike Tempel gesehen. Wenige Regionen Italiens packen so viel Kontrast auf so wenig Fläche – und kaum eine davon so unaufgeregt.

Anreise

Lage & Anreise

In 2 Stunden bist du da! Flugzeit ab Frankfurt

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Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten

01 / 06

Sassi di Matera

Die Sassi sind der Grund, warum die meisten Reisenden überhaupt in die Basilikata kommen – und sie übertreffen trotzdem die Erwartungen.

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Zwei Viertel, Sasso Caveoso und Sasso Barisano, legen sich amphitheaterartig um den Felssporn der Civita, auf dem die Kathedrale thront. Was von außen wie eine gewachsene Stadt aussieht, ist in Wahrheit ein Labyrinth aus Höhlenwohnungen, die über Jahrtausende in den weichen Tuffstein gegraben wurden: Treppen führen über Hausdächer, Zisternen liegen unter Plätzen, und dieselbe Wand ist mal Fels, mal Fassade. In den 1950er-Jahren wurden die Bewohner umgesiedelt, weil die Wohnverhältnisse als unhaltbar galten; die Sassi standen danach jahrzehntelang leer. Seit 1993 gehören sie zum UNESCO-Welterbe, 2019 war Matera Europäische Kulturhauptstadt, und heute stecken in den Höhlen Restaurants, Werkstätten, Weinbars und Hotels wie das Caveoso Hotel oder das Hotel Mosaico Matera. Nimm dir Zeit für eine Casa Grotta, eine original eingerichtete Höhlenwohnung mit Bett, Herd und Stall in einem Raum – nirgends begreift man schneller, wie hier gelebt wurde. Am schönsten sind die Sassi früh morgens, wenn die Gassen leer sind, und in der Dämmerung, wenn tausende Lichter aus dem Fels leuchten. Feste Schuhe sind Pflicht, das Kopfsteinpflaster ist steil und glatt.

02 / 06

Parco della Murgia Materana und die Felsenkirchen

Direkt gegenüber von Matera, auf der anderen Seite der Gravina-Schlucht, beginnt eine karge Hochfläche aus Kalkstein, Macchia und Geröll: der Parco della Murgia Materana.

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Hier liegt die zweite, viel ältere Hälfte der Materaner Geschichte. Über hundert in den Fels gehauene Kirchen, die Chiese Rupestri, verstecken sich in Hängen und Schluchten, viele mit byzantinisch geprägten Fresken, die in der Dunkelheit überraschend farbig aufleuchten. Bekannte Beispiele sind die Madonna delle Tre Porte und der Cristo la Selva. Vom Belvedere auf dem Murgia Timone hast du den klassischen Blick auf die Sassi – die ganze Stadt auf einmal, über den Canyon hinweg; es ist die Perspektive, die du aus Filmen kennst, denn Matera und die Murgia dienten unter anderem als Kulisse für biblische Monumentalfilme und für einen James-Bond-Film. Die Wege sind gut sichtbar, aber schattenlos und steinig: Wasser, Hut und Wanderschuhe solltest du dabeihaben, im Hochsommer gehst du besser am Morgen. Wer möchte, überquert die Schlucht zu Fuß über die Hängebrücke und steigt auf der anderen Seite in die Stadt hoch. Unterwegs begleiten dich Greifvögel, Zikaden und das Gefühl, dass sich an diesem Ort seit der Steinzeit erstaunlich wenig verändert hat.

03 / 06

Maratea an der tyrrhenischen Küste

Die Basilikata hat nur einen kurzen Streifen Küste am Tyrrhenischen Meer, aber der gehört zu den schönsten Abschnitten Süditaliens.

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Rund um Maratea fallen bewaldete Kalkberge steil ins Wasser, dazwischen liegen Felsbuchten, kleine Kies- und Sandstrände und versteckte Grotten. Die Küstenstraße windet sich in Serpentinen oberhalb des Meeres entlang, mit einem Panorama, das dich alle zwei Kurven zum Anhalten verleitet. Über dem Ort erhebt sich auf dem Monte San Biagio eine große, strahlend helle Christusstatue mit ausgebreiteten Armen, die weithin über den Golf von Policastro zu sehen ist; erreichbar ist sie zu Fuß oder mit dem Auto, und oben wartet neben der Statue die alte Basilika von San Biagio sowie ein weiter Rundblick über Küste und Berge. Der historische Kern von Maratea selbst liegt etwas erhöht im Berg: enge Gassen, Treppen, Kirchen, Cafés auf kleinen Plätzen. Unten am Wasser liegt der hübsche kleine Hafen mit Fischerbooten und Restaurants, von dem Bootstouren zu den Grotten entlang der Küste starten. Zum Baden fährst du an Strände wie Fiumicello oder in den höher gelegenen Ortsteil Acquafredda; sehenswert ist außerdem die Tropfsteinhöhle Grotta delle Meraviglie. Maratea ist bergig und kurvig – ein Mietwagen und etwas Geduld beim Parken gehören dazu.

04 / 06

Dolomiti Lucane mit Castelmezzano und Pietrapertosa

Mitten im Landesinneren ragen plötzlich bizarre Felsnadeln aus den Wäldern – die Dolomiti Lucane, benannt nach ihrer schroffen Silhouette.

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An ihre Flanken geschmiegt liegen zwei der eindrucksvollsten Dörfer Italiens: Castelmezzano und Pietrapertosa, einander gegenüber auf etwa gleicher Höhe, getrennt nur durch ein tiefes Tal. Die Häuser stehen so dicht am Abgrund, dass sich Gassen, Treppen und Felsen zu einer einzigen Struktur verbinden; in Pietrapertosa sind Teile der alten Festung direkt in den Stein gehauen und über steile Stufen zugänglich. Zwischen beiden Orten gibt es zwei Verbindungen, die den Besuch besonders machen: den Volo dell'Angelo, eine Stahlseilbahn, an der du im Gurt liegend über die Schlucht gleitest, und den Percorso delle Sette Pietre, einen beschilderten Wanderweg, der sich entlang alter Pfade zwischen den Dörfern durch Wald und Bachläufe zieht. Rundherum erstreckt sich der regionale Naturpark Gallipoli Cognato Piccole Dolomiti Lucane mit Eichen- und Buchenwäldern, Wildschweinen und ruhigen Forststraßen. Oben ist es auch im Sommer deutlich kühler als an der Küste, abends wird es frisch. Die Zufahrt erfolgt über schmale Bergstraßen; rechne für die kurze Distanz zwischen den beiden Dörfern per Auto mehr Zeit ein, als du denkst.

05 / 06

Nationalpark Pollino

Im Süden der Basilikata, an der Grenze zu Kalabrien, liegt der größte Nationalpark Italiens.

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Der Pollino ist Hochgebirge im Süden: breite Bergrücken über 2.000 Meter, Buchenwälder, Hochweiden, Karstquellen und im Winter verlässlich Schnee. Sein Wahrzeichen ist die Pino loricato, die Panzerkiefer, deren schuppige Rinde wie ein Harnisch aussieht und die als knorriger Einzelbaum auf windigen Gratkanten überlebt – sie ist das Symbol des Parks und außerhalb dieser Gegend in Italien kaum zu finden. Von lukanischer Seite starten die Touren meist in Dörfern wie Terranova di Pollino, San Severino Lucano oder Rotonda; von dort führen markierte Wege über Almen zu den Gipfelregionen, und die Weite oben hat wenig mit dem Klischeebild Süditaliens zu tun. Wer nicht wandern will, fährt die Panoramastraßen, besucht kleine Bergdörfer und isst in Agriturismi, was die Region hergibt: Käse, Wurst, Bohnen, Lamm, dazu die geschützte Rotonda-Aubergine. Im Park leben Wölfe, Steinadler und Wildkatzen, Begegnungen bleiben aber Glückssache. Nimm warme Kleidung mit, das Wetter wechselt schnell, und plane bei längeren Touren einen lokalen Guide ein – die Beschilderung ist nicht überall so dicht wie in den Alpen.

06 / 06

Metapont und die ionische Küste

Entlang des Ionischen Meeres zeigt sich die Basilikata von ihrer entspanntesten Seite: lange, breite Sandstrände, flach ins Wasser laufend, dahinter Pinienwälder und Obstplantagen.

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Orte wie Marina di Nova Siri sind klassische Badeziele für Familien, mit Strandbädern, Eisdielen und Ferienanlagen, aber ohne den Trubel der großen Küstenhochburgen. Spannend wird es, weil direkt hinter den Stränden eine der wichtigsten Landschaften der griechischen Antike liegt. Hier, an der Küste der Magna Graecia, gründeten griechische Siedler Städte, deren Reste du heute besuchen kannst. Das eindrucksvollste Zeugnis sind die Tavole Palatine bei Metapont: fünfzehn stehende dorische Säulen eines Hera-Tempels auf freiem Feld, unspektakulär ausgeschildert und dadurch fast intim – oft bist du dort mit wenigen Besuchern allein. Im nahen Archäologiepark von Metaponto liegen Theater, Tempelfundamente und Agora, das zugehörige Nationalmuseum zeigt Keramik, Schmuck und Grabfunde. Der Überlieferung nach verbrachte Pythagoras seine letzten Jahre in Metapont. Kombiniere am besten Vormittag am Strand und späten Nachmittag bei den Ruinen, wenn das Licht tief und die Hitze erträglich ist. Von der ionischen Küste erreichst du Matera gut als Tagesausflug ins Hinterland.

Reisezeit

Beste Reisezeit & Klima

Mai, Juni, September und Anfang Oktober

Die angenehmste Zeit für eine Basilikata Reise sind Mai, Juni und September. Im Frühling blühen die Hügel, Matera lässt sich bei 20 bis 25 Grad ohne Hitzestau erkunden, und in den Bergen hast du klare Fernsicht. Der September ist der Allrounder: Das Meer an der ionischen und tyrrhenischen Küste ist nach dem Sommer am wärmsten, die Strände sind wieder leer, und Städtebesuche sind problemlos möglich. Anfang Oktober kommen Weinlese und Olivenernte dazu, dann wird es abends aber schon merklich frisch. Juli und August sind ideal, wenn du vor allem baden willst, im Landesinneren und in Matera aber oft drückend heiß – plane dann Besichtigungen für den frühen Morgen und den Abend. Für Wanderungen im Pollino und in den Dolomiti Lucane eignen sich Juni und September am besten. Im Winter ist die Basilikata ein Ziel für Ruhesuchende: Matera ist fast menschenleer und stimmungsvoll, viele Strandbetriebe an der Küste haben jedoch geschlossen, und in Potenza sowie im Pollino liegt Schnee. Ein Mietwagen ist zu jeder Jahreszeit sinnvoll, im Winter solltest du auf Bergstraßen mit Winterausrüstung rechnen.

Frühling

Der März ist noch wechselhaft mit 12 bis 16 Grad und Regenschauern, besonders in den Bergen, wo auf den Gipfeln des Pollino oft noch Schnee liegt.

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Ab April steigen die Temperaturen auf 17 bis 22 Grad, im Mai werden an den Küsten und in Matera schon 22 bis 26 Grad erreicht. Die Luft ist klar, die Hügel leuchten grün und sind voller Blüten, Regentage werden deutlich seltener. In Potenza und den Bergdörfern bleibt es 4 bis 6 Grad kühler als an der Küste, und die Nächte sind frisch – eine warme Jacke gehört ins Gepäck. Zum Baden ist das Meer mit 16 bis 19 Grad erst Ende Mai für Hartgesottene geeignet, zum Wandern und Sightseeing ist der Frühling dagegen die beste Zeit überhaupt.

Sommer

Juli und August sind heiß und sehr trocken.

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An der ionischen Küste liegen die Höchstwerte bei 30 bis 33 Grad, im Landesinneren und in Matera klettert das Thermometer in Hitzewellen auf 35 Grad und mehr, wobei der Tuffstein die Wärme lange speichert. Regen fällt kaum, der Himmel ist über Wochen wolkenlos, und erst am Nachmittag bringt an der Küste eine Seebrise Erleichterung. Das Meer erreicht angenehme 25 bis 27 Grad – ideal für lange Badetage in Marina di Nova Siri oder bei Maratea. In den Bergen von Pollino und Dolomiti Lucane bleibt es mit 25 bis 28 Grad erträglich, nachts kühlt es dort spürbar ab. Plane Besichtigungen für den frühen Morgen oder den Abend und trinke viel.

Herbst

Der September gehört noch fast zum Sommer: 25 bis 29 Grad, viel Sonne, warmes Meer und abends milde Temperaturen für das Essen im Freien.

Mehr zum Herbst

Im Oktober fallen die Werte auf 20 bis 24 Grad, die ersten kräftigen Regenfronten ziehen durch, und die Landschaft wird nach dem trockenen Sommer wieder grün. Der November ist mit 14 bis 17 Grad an der Küste und 10 bis 13 Grad in den Bergen deutlich kühler und der nasseste Monat der Region – dafür leuchten die Buchenwälder im Pollino in Gold und Rot. Das Meer hält sich bis Mitte Oktober bei etwa 22 bis 24 Grad und erlaubt weiterhin Badetage. Für Städtereisen, Weinlese und Wanderungen ist der Frühherbst eine ausgezeichnete Wahl.

Winter

Die Basilikata zeigt im Winter ihre zwei Gesichter.

Mehr zum Winter

An beiden Küsten bleibt es mild mit 12 bis 15 Grad am Tag und selten Frost, dazu wechseln sonnige Abschnitte mit Regentagen. Im Landesinneren wird es kalt: Matera erreicht tagsüber 8 bis 12 Grad, Potenza als höchstgelegene Regionalhauptstadt Italiens liegt oft bei 5 bis 8 Grad, nachts im Frostbereich, und Schneefall ist dort keine Seltenheit. Im Pollino liegt verlässlich Schnee, es gibt kleine Skigebiete und Möglichkeiten für Schneeschuhtouren. Die Sassi sind in dieser Zeit fast menschenleer und besonders atmosphärisch, viele Strandbetriebe an der Küste haben jedoch geschlossen. Auf Bergstraßen solltest du mit Winterreifen oder Ketten unterwegs sein und Fahrzeiten großzügig kalkulieren.

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