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Portugal · Nord-Portugal

Nord-Portugal

Nord-Portugal beginnt dort, wo die Landschaft anfängt, sich aufzurichten: Granitkuppen schieben sich über tiefgrüne Flusstäler, Weinterrassen fallen in Hunderten von Stufen zum Douro hinab, und über allem liegt dieser feuchte, würzige Duft aus Eukalyptus, nassem Stein und Kiefernharz. Wer hier mit dem Auto durch die Serras kurvt, merkt schnell, wie der eigene Puls langsamer wird.

Wissenswertes über Nord-Portugal

alles, was du vorher wissen willst ♥
Beste Reisezeit Mai bis Oktober, ideal Mai/Juni und September/Oktober
Flugzeit ab Frankfurt ca. 2,5 Stunden
Highlights
  • Terrassenweinberge am Douro
  • Peneda-Gerês als einziger Nationalpark
  • Granitdörfer im grünen Minho
  • Heiße Thermalquellen von Chaves
Überblick

Über Nord-Portugal

Der Norden ist die grüne, ursprüngliche Seite Portugals. Im Minho, rund um Ponte da Barca, Terras de Bouro und Vila Nova de Cerveira, ziehen sich Weinreben an Pergolen entlang der Felder, dazwischen liegen Kapellen, alte Steinbrücken und Wasserläufe, die sich über Felsstufen in klare Becken stürzen. Weiter östlich, in Trás-os-Montes rund um Chaves, wird das Land karger, weiter, stiller – Hochplateaus, Rauchwurst, Wein aus dem Krug und eine Gastfreundschaft, die dich in fünf Minuten an den Tisch der Familie holt. Und im Süden der Region schneidet der Douro sein Tal so dramatisch in den Schiefer, dass du bei Lamego, Armamar oder Cinfães kaum aus dem Staunen kommst.

Weiterlesen: Nord-Portugal entdecken

Genauso vielfältig ist das Übernachten. Deine Nord-Portugal Reise kann dich in ein Landhotel bei Póvoa de Lanhoso führen, in ein Thermalhotel in Gerês oder Chaves, in ein herrschaftliches Casa in Celorico de Basto oder in ein modernes Stadthotel in São João da Madeira. Viele dieser Häuser sind aus alten Quintas und Granithöfen gewachsen: dicke Mauern, Kastanienholz, ein Pool zwischen Reben – und morgens Brot, Käse und Honig aus dem Dorf.

Kulturell spielt der Norden in der ersten Liga. Guimarães gilt als Wiege Portugals, Braga als geistliches Zentrum mit einer der ältesten Kathedralen des Landes, Porto als quirlige Hafenstadt mit Azulejos, Brücken und Weinkellern gegenüber am Ufer. Dazwischen liegen Klöster wie São João de Tarouca, Burgen, Barockkirchen und Märkte, auf denen noch echt eingekauft wird. Wanderer finden im Peneda-Gerês Nationalpark markierte Wege durch Eichenwald und Hochmoor, Genießer folgen der Weinstraße durchs Douro-Tal, und wer Ruhe sucht, verschwindet einfach in den Bergen bei Mondim de Basto.

Das Beste daran: Alles liegt nah beieinander. Morgens im Nationalpark wandern, mittags in Braga zu Mittag essen, abends mit einem Glas Vinho Verde auf einer Terrasse über dem Tal sitzen – das geht hier an einem einzigen Tag. Nord-Portugal ist bodenständig, herzlich und überraschend günstig, und genau deshalb bleibt es so vielen als das Portugal in Erinnerung, das man wirklich gesucht hat.

Anreise

Lage & Anreise

In 2,5 Stunden bist du da! Flugzeit ab Frankfurt

In 2,5 Stunden bist du da!

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Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten

01 / 06

Peneda-Gerês Nationalpark

Der einzige Nationalpark Portugals liegt ganz im Norden, dort wo das Minho-Land an Galicien grenzt.

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Von Gerês, Terras de Bouro oder Ponte da Barca aus erschließt du dir eine Landschaft aus Granitkuppen, Hochmooren, Eichen- und Birkenwäldern sowie unzähligen Bächen, die sich über Felsstufen in klare Becken stürzen. Genau diese Naturpools sind im Sommer das große Thema: Du wanderst eine Stunde bergauf, ziehst die Schuhe aus und sitzt allein am Wasser. Durch den Park verläuft die alte Römerstraße Geira, die einst Braga mit Astorga verband – entlang des Weges stehen bis heute Meilensteine zwischen den Bäumen, ein stiller, sehr besonderer Ort. Sehenswert sind auch die Espigueiros, schmale Getreidespeicher aus Granit, die in Dörfern wie Soajo und Lindoso wie kleine Steinsärge auf Stelzen in Reihen stehen. Am Stausee von Vilarinho da Furna verschwand ein ganzes Dorf unter Wasser; bei niedrigem Pegel tauchen Mauerreste wieder auf. Unterwegs begegnen dir halbwilde Garrano-Pferde und Langhornrinder auf den Hochweiden. Wer es bequemer mag, bleibt im Ort Gerês selbst: Der Kurort mit seinen Thermalquellen und Häusern wie dem Águas do Gerês – Hotel, Termas e Spa ist der klassische Ausgangspunkt für Wanderungen, Panoramastraßen und lange, sehr entspannte Nachmittage.

02 / 06

Douro-Tal und die Weinterrassen

Südlich der Bergregionen schneidet der Douro sein Tal tief in den Schiefer, und was Generationen von Winzern daraus gemacht haben, gehört zum UNESCO-Welterbe.

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Die Hänge sind in Hunderte schmaler Terrassen gegliedert, gestützt von Trockenmauern, dazwischen liegen weiß getünchte Quintas mit ihren Namen in großen Lettern an der Wand. Von Orten wie Cinfães, Armamar oder Lamego aus kommst du auf schmalen Straßen zu Aussichtspunkten, an denen sich der Fluss in engen Schleifen durch die Berge windet – besonders im warmen Licht des späten Nachmittags ein Bild, das hängen bleibt. Hier wächst der Wein für den Portwein, aber längst auch für kräftige Rot- und frische Weißweine, die du direkt auf den Gütern verkosten kannst. Viele Quintas bieten Führungen durch Keller und Weinberge an, oft mit einem Mittagessen auf der Terrasse über dem Tal. Wer den Fluss vom Wasser aus sehen möchte, steigt auf eines der Ausflugsboote; wer es gemütlich mag, nimmt die Bahnstrecke entlang des Ufers. Die Weinlese im Frühherbst ist die intensivste Zeit: Auf den Terrassen wird von Hand geerntet, in den Höfen wird gefeiert, und in der Luft liegt der süße Geruch der Trauben. Ein Erlebnis, das ohne Kitsch auskommt.

03 / 06

Guimarães – die Wiege Portugals

Kaum eine Stadt erzählt die Geschichte des Landes so kompakt wie Guimarães.

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Hier stand die Burg, von der aus die Grafschaft Portucale zum eigenständigen Königreich wurde – der Satz „Aqui nasceu Portugal“ begleitet dich durch die ganze Stadt. Die Burg selbst ist ein wehrhafter Granitbau mit Zinnentürmen auf einem Felsrücken über den Dächern; von den Mauern schaust du weit über die grüne Umgebung. Nur wenige Schritte entfernt steht der Herzogspalast Paço dos Duques de Bragança mit seinen markanten Backsteinkaminen, innen mit Wandteppichen, Rüstungen und dunklem Holz ausgestattet. Der historische Stadtkern gehört zum UNESCO-Welterbe und ist genau das, was man sich unter einer portugiesischen Altstadt vorstellt: enge Gassen, Häuser mit Holzbalkonen und Schmiedeeisen, kleine Plätze wie die Praça de São Tiago und das Largo da Oliveira, auf denen abends alle Tische besetzt sind. Mit der Seilbahn geht es hinauf zum Berg Penha, wo Granitblöcke, Kiefernwald und Aussichtspunkte auf dich warten. Guimarães ist klein genug, um es zu Fuß zu erobern, und lebendig genug, um dort nicht nur zwei Stunden zu bleiben – vor allem, weil die Studentenszene der Stadt viel Leben in die Bars bringt.

04 / 06

Braga und Bom Jesus do Monte

Braga ist eine der ältesten Bischofsstädte der Iberischen Halbinsel und gilt bis heute als religiöses Zentrum Portugals.

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Die Sé de Braga, die älteste Kathedrale des Landes, vereint romanische Grundmauern mit gotischen und barocken Ergänzungen; im Inneren beeindrucken vergoldete Orgeln und der Chor. Rund um die Kathedrale liegt eine überraschend junge, quirlige Innenstadt mit Fußgängerzonen, Cafés im Jugendstil und Plätzen, auf denen sich am Abend halb Braga trifft. Das eigentliche Wahrzeichen liegt aber am Stadtrand: die Wallfahrtsstätte Bom Jesus do Monte, ebenfalls UNESCO-Welterbe. Eine monumentale barocke Treppenanlage im Zickzack zieht sich den bewaldeten Hang hinauf, geschmückt mit weißen Mauern, dunklen Steinstufen, Brunnen und Figuren, bis oben die Kirche über dem Land thront. Wer nicht laufen will, nimmt die wassergetriebene Standseilbahn – ein technisches Schmuckstück, das schon für sich die Fahrt wert ist. Von der Terrasse oben reicht der Blick weit über das Minho-Land. Nur wenige Kilometer entfernt liegt mit Sameiro ein weiterer Wallfahrtsort auf einer Anhöhe. Braga ist außerdem ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für Ausflüge nach Póvoa de Lanhoso, ins Gerês-Gebirge oder an die Atlantikküste.

05 / 06

Chaves in Trás-os-Montes

Ganz im Nordosten, kurz vor der spanischen Grenze, liegt Chaves – eine Stadt, die schon die Römer als Aquae Flaviae schätzten, und zwar wegen ihres Wassers.

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Aus den Quellen im Ortszentrum sprudelt sehr heißes Thermalwasser, das seit der Antike genutzt wird; heute kannst du in modernen Thermenanlagen und Spa-Hotels davon profitieren. Das eindrucksvollste Zeugnis der Römerzeit ist die Ponte de Trajano, eine massive Steinbrücke über den Fluss Tâmega, auf der noch immer gegangen wird und an der römische Inschriftensäulen stehen. Über der Altstadt erhebt sich der mittelalterliche Bergfried mit Garten und Aussicht, dazu kommen Gassen mit Granithäusern, hölzernen Balkonen und dem typischen, etwas herben Charme der Hochebene. Kulinarisch ist Chaves eine echte Adresse: geräucherter Schinken und Wurst aus der Region, deftige Eintöpfe und der berühmte Fleischkuchen der Stadt. Dazu ein Glas Wein aus dem Umland – bodenständiger geht es kaum. Übernachten kannst du in Häusern wie dem Hotel Ibis Styles Chaves oder dem Hotel Casino Chaves. Wer die weiten, dünn besiedelten Landschaften von Trás-os-Montes mit ihren Steindörfern und Hochebenen erleben will, findet hier den perfekten Ausgangspunkt.

06 / 06

Lamego und das Kloster São João de Tarouca

Lamego liegt an der Südflanke des Douro-Gebiets und ist vor allem für eine Treppe berühmt: Vom Stadtzentrum führt eine ausladende Barocktreppe mit blau-weißen Azulejos, Kapellen und Terrassen hinauf zur Wallfahrtskirche Nossa Senhora dos Remédios.

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Der Aufstieg über die vielen Stufen ist ein kleines Ritual, oben belohnt dich der Blick über die Dächer der Stadt und die Hügel dahinter. Unten in Lamego lohnen die Kathedrale mit ihrem gotischen Portal, das Museum im ehemaligen Bischofspalast und die Burgruine. Die Region ist außerdem für ihren Schaumwein und für süßes Gebäck bekannt – gute Gründe für eine ausgiebige Pause im Café. Nicht weit entfernt liegt in Tarouca das Kloster São João de Tarouca, die erste Zisterzienserabtei auf portugiesischem Boden. Die Anlage liegt in einem stillen grünen Tal am Fuß der Serra de Leomil; erhalten sind die Kirche mit barocker Ausstattung und ausgegrabene Klosterbereiche, die zeigen, wie groß der Komplex einst war. Die Kombination aus Ruine, Wald und Bachlauf hat etwas Meditatives. Zusammen mit Armamar und den umliegenden Weinbergen ergibt sich eine sehr entspannte Tagesroute abseits der großen Touristenströme.

Reisezeit

Beste Reisezeit & Klima

Mai bis Oktober, ideal Mai/Juni und September/Oktober

Die angenehmste Zeit für einen Nord-Portugal Urlaub sind Mai und Juni sowie September und Oktober. Dann ist das Land noch oder wieder sattgrün, die Temperaturen liegen meist in einem sehr angenehmen Bereich, und du kannst Wandern, Stadtbesichtigungen und Weinverkostungen problemlos an einem Tag verbinden. Juli und August sind die wärmsten und trockensten Monate – perfekt für die Naturpools im Gerês und für die Atlantikstrände, im Douro-Tal kann es dann allerdings sehr heiß werden. Der September ist besonders reizvoll, weil im Douro die Weinlese läuft: Ernte von Hand, volle Höfe, Feste in den Quintas. Wer Thermalhotels in Chaves oder Gerês ansteuert, hat auch im Frühjahr und Spätherbst eine gute Zeit, denn Wärme und Wellness passen hier zum wechselhaften Wetter. Von November bis Februar ist es deutlich nasser und kühler; das ist die ruhigste Zeit mit den günstigsten Preisen und eignet sich für Städtereisen nach Porto, Braga oder Guimarães sowie für gemütliche Landhotels mit Kamin.

Frühling

Von März bis Mai steigen die Temperaturen tagsüber von etwa 14 bis 18 Grad auf 18 bis 22 Grad, nachts bleibt es mit 6 bis 11 Grad noch frisch.

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Es ist die grünste Zeit des Jahres: Die Flusstäler blühen, die Bäche im Gerês führen viel Wasser, und die Wasserfälle sind besonders eindrucksvoll. Regenschauer sind vor allem im März und April noch häufig, wechseln sich aber mit klaren, sonnigen Abschnitten ab. In den Bergen von Trás-os-Montes und im Nationalpark kann es abends deutlich abkühlen, deshalb gehören Regenjacke und eine warme Schicht ins Gepäck. Für Wanderungen, Städtetouren und die ersten Terrassenabende ist der späte Frühling ideal.

Sommer

Juli und August sind warm, sonnig und weitgehend trocken.

Mehr zum Sommer

An der Küste rund um Porto und im Minho liegen die Höchstwerte meist bei 23 bis 28 Grad, angenehm gemildert durch die Atlantikbrise. Im Landesinneren, besonders im Douro-Tal um Lamego, Armamar und Cinfães sowie in Trás-os-Montes um Chaves, klettert das Thermometer regelmäßig auf 32 bis 35 Grad und mehr. Nachts kühlt es auf 15 bis 19 Grad ab. Der Atlantik bleibt mit rund 17 bis 19 Grad erfrischend kühl – die Naturpools und Flussbadestellen im Gerês sind dann eine echte Wohltat. Regen fällt kaum, Sonnenschutz und viel Trinkwasser sind Pflicht.

Herbst

September ist oft noch hochsommerlich mit 25 bis 29 Grad und viel Sonne, dazu läuft im Douro die Weinlese – für viele die schönste Reisezeit überhaupt.

Mehr zum Herbst

Im Oktober liegen die Werte meist bei 19 bis 23 Grad, die Nächte werden mit 10 bis 14 Grad merklich kühler, und die Weinberge färben sich in Rot- und Goldtöne. Ab November nimmt der Regen deutlich zu, die Temperaturen sinken auf 13 bis 16 Grad, Nebel über den Flusstälern gehört dann zum Morgenbild. Für Genussreisen, Kastanienzeit und Thermalaufenthalte ist der Herbst hervorragend geeignet.

Winter

Von Dezember bis Februar ist Nord-Portugal mild, aber feucht.

Mehr zum Winter

Tagsüber werden meist 10 bis 14 Grad erreicht, nachts 3 bis 7 Grad; in den höheren Lagen von Trás-os-Montes und im Gerês-Gebirge kann es deutlich kälter werden und gelegentlich schneien. Es ist die niederschlagsreichste Zeit des Jahres mit vielen bedeckten Tagen, dazwischen aber auch klaren, sehr schönen Sonnenphasen. Die Städte Porto, Braga und Guimarães lassen sich in dieser Zeit besonders entspannt und günstig erleben, und Thermalhotels in Chaves oder Gerês spielen jetzt ihre größte Stärke aus. Warme, wasserdichte Kleidung ist unbedingt zu empfehlen.

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