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Malta · Gozo

Gozo

Gozo ist die Insel der leisen Gegensätze: An der Südwestküste stürzen schroffe Kalkklippen hundert Meter tief ins Blau, und nur wenige Minuten landeinwärts ordnen sanfte Felder, Trockenmauern und ockerfarbene Dörfer die Landschaft. Maltas kleine Schwesterinsel wirkt ruhiger, grüner und ursprünglicher als die Hauptinsel – und bietet trotzdem auf engstem Raum eine Dichte an Geschichte, die ihresgleichen sucht.

Wissenswertes über Gozo

alles, was du vorher wissen willst ♥
Beste Reisezeit April bis Juni sowie September und Oktober
Flugzeit ab Frankfurt ca. 2,5 Stunden
Highlights
  • Jahrtausendealte Megalithtempel
  • Zitadelle über der ganzen Insel
  • Roter Sand der Ramla Bay
  • Tauchreviere bei Dwejra
Überblick

Über Gozo

Victoria im Herzen der Insel ist das Zentrum, um das sich alles dreht. Über den engen Gassen und dem Marktplatz It-Tokk thront die Cittadella, eine befestigte Altstadt, von deren Mauern du bei klarer Sicht fast ganz Gozo überblickst – bis hinüber nach Xagħra, Nadur und Żebbuġ. Rundherum liegen Dörfer, die ihren eigenen Rhythmus behalten haben: Xewkija mit seiner mächtigen Rotunde, das stille Sannat oberhalb der Ta-Ċenċ-Klippen, San Lawrenz im Westen, dazu Munxar, Għasri und Santa Luċija, wo Kirchturmuhren und Dorffeste den Takt vorgeben. Wer in einem der kleinen Boutiquehotels oder in einem umgebauten Farmhouse wohnt, merkt schnell: Hier bist du weniger Tourist als Gast.

Weiterlesen: Gozo entdecken

Die Küste liefert den Gegenentwurf. In Xlendi schiebt sich das Meer wie ein schmaler Fjord zwischen hohe Felswände, am Ufer reihen sich Restaurants mit Tischen beinahe im Wasser, und ein Klippenpfad führt hinauf zum alten Wachturm. Marsalforn im Norden ist der lebhafteste Badeort der Insel; von dort läufst du an den schneeweißen Salzpfannen von Xwejni entlang, die seit Generationen von Hand bewirtschaftet werden. Bei Dwejra tauchst du an Steilwänden und im Blue Hole, in der Ramla Bay liegst du auf rötlichem Sand unterhalb der Calypso-Höhle. Dazwischen ziehen sich Wanderwege über Klippen und Hochflächen, auf denen du außerhalb der Hauptsaison stundenlang niemandem begegnest.

Kulinarisch bleibt eine Gozo Reise bodenständig und richtig gut: Ġbejniet, der kleine Schafs- und Ziegenkäse der Insel, Kaninchen in Knoblauch und Wein, frischer Fisch aus dem Hafen und Weine von winzigen Familiengütern. Die beste Zeit liegt im Frühling und im Herbst, wenn die Insel grün leuchtet oder noch warm vom Sommer ist und die Wege frei sind. Għajnsielem als Ankunftsort, Victoria als zentrale Basis, Marsalforn oder Xlendi fürs Meer – wofür du dich auch entscheidest, die Wege bleiben kurz. Gozo misst gut vierzehn Kilometer in der Länge, und genau das macht den Reiz aus: Du kannst morgens einen rund 5.600 Jahre alten Tempel betreten, mittags im offenen Meer schwimmen und abends auf einer Dorfpiazza sitzen, auf der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.

Anreise

Lage & Anreise

In 2,5 Stunden bist du da! Flugzeit ab Frankfurt

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Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten

01 / 06

Ġgantija-Tempel in Xagħra

Auf einem Plateau am Ortsrand von Xagħra stehen die ältesten Bauwerke Gozos – zwei megalithische Tempel, die zwischen etwa 3600 und 3000 v.

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Chr. errichtet wurden und damit älter sind als die Pyramiden von Gizeh. Der Name leitet sich vom maltesischen Wort für Riese ab, denn der Überlieferung nach soll eine Riesin die tonnenschweren Kalksteinblöcke herbeigeschafft haben. Tatsächlich messen einzelne Megalithen über fünf Meter und wiegen viele Tonnen; wie sie ohne Metallwerkzeuge und ohne Rad bewegt und aufgerichtet wurden, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Beide Tempel liegen hinter einer gemeinsamen Umfassungsmauer und folgen dem typischen Kleeblattgrundriss der maltesischen Tempelkultur, mit halbrunden Apsiden, Schwellensteinen und Feuerstellen. Gemeinsam mit den übrigen Megalithtempeln Maltas gehört Ġgantija zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ein modernes Besucherzentrum führt dich vor dem Rundgang in die Welt der Tempelbauer ein: Du siehst Steinwerkzeuge, Keramik und Figurinen aus Grabungen auf Gozo, dazu Modelle und Rekonstruktionen, die den Aufbau der Anlage verständlich machen. Plane genug Zeit ein und komm möglichst am frühen Morgen – das Licht ist dann weicher, die Anlage deutlich leerer, und der weite Blick über die Felder bis zur Ramla Bay gehört zum Erlebnis einfach dazu.

02 / 06

Cittadella in Victoria

Hoch über dem Inselhauptort Victoria, den die Einheimischen bis heute oft Rabat nennen, erhebt sich die Cittadella auf einem Felshügel.

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Die Festung diente den Gozitanern jahrhundertelang als Zufluchtsort vor Piraten und Korsaren; lange war die Bevölkerung verpflichtet, die Nächte innerhalb der Mauern zu verbringen. Heute spazierst du über die restaurierten Bastionen rundherum und überblickst dabei fast die gesamte Insel – die Hügel von Xagħra und Nadur, die Rotunde von Xewkija, die Felder bis zur Westküste. Im Inneren liegt ein stilles Gassengeflecht aus honigfarbenem Kalkstein mit der barocken Kathedrale Mariä Himmelfahrt, deren flache Decke durch eine gemalte Scheinkuppel zur Illusion eines mächtigen Gewölbes wird. Mehrere kleine Museen sind in historischen Häusern untergebracht: Archäologie, Volkskunde, Natur, das alte Gefängnis mit Graffiti früherer Insassen sowie ein modernes Besucherzentrum, das die Geschichte des Ortes von der Bronzezeit bis zur Gegenwart erzählt. Unterhalb der Festungsmauern beginnt das Alltagsleben Victorias mit dem Marktplatz It-Tokk, Cafés, Bäckereien und dem Teatru Astra. Besonders schön ist der späte Nachmittag, wenn der Kalkstein golden leuchtet; abends ist die Zitadelle beleuchtet und von weiten Teilen Gozos aus zu sehen.

03 / 06

Ta-Pinu-Basilika bei Għarb

Frei zwischen Feldern und Trockenmauern steht im Westen Gozos die Wallfahrtsbasilika Ta' Pinu, eine der bekanntesten Marienkirchen des Mittelmeerraums.

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Der Ort geht auf eine kleine Landkapelle zurück, an der eine Bäuerin der Überlieferung nach eine Stimme gehört haben soll; die heutige große Kirche aus hellem Kalkstein wurde im 20. Jahrhundert um diese ältere Kapelle herum errichtet, deren Reste sich hinter dem Hauptaltar noch besichtigen lassen. Berühmt ist Ta' Pinu vor allem für seine Votivgaben: In Seitenräumen hängen Hunderte Dankesbriefe, Fotografien, Krücken, Gipsverbände und Babykleidung von Menschen, die hier um Hilfe gebeten haben. Der Innenraum selbst ist überraschend schlicht und hell, mit feinen Steinmetzarbeiten und einer ruhigen, konzentrierten Atmosphäre. Draußen führt ein Mosaikweg mit großformatigen Darstellungen der Geheimnisse des Rosenkranzes den Hang hinauf, und vom Vorplatz blickst du über die unverbaute Landschaft bis zur Küste. Die Basilika wurde mehrfach von Päpsten besucht und hat für die Gozitaner einen Stellenwert, den du spürst, sobald eine Familie zum Dank eine Kerze entzündet. Auch ohne religiösen Bezug lohnt der Abstecher: Das Zusammenspiel aus mächtigem Bauwerk und leerer Feldlandschaft ist eines der eindrücklichsten Bilder der Insel.

04 / 06

Ramla Bay und die Calypso-Höhle

Die Ramla Bay zwischen Xagħra und Nadur ist der größte Sandstrand Gozos und durch die rötlich-orange Färbung des Sandes unverwechselbar.

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Eingerahmt wird die Bucht von bewachsenen Hängen und einem Dünenbereich, der als Naturschutzgebiet gilt und deshalb nur auf markierten Wegen betreten werden sollte. Das Wasser fällt flach ab und ist entsprechend angenehm zum Schwimmen; in der Hochsaison gibt es Liegen, Schirme und Kioske, außerhalb der Saison hast du den Strand oft fast für dich. Mitten im Wasser steht eine weiße Marienstatue, ein beliebtes Fotomotiv. Oberhalb der Bucht liegen römische Überreste im Boden – die Gegend war schon in der Antike genutzt. Von Xagħra aus erreichst du den Aussichtspunkt an der Calypso-Höhle, die der Legende nach jene Grotte sein soll, in der die Nymphe Kalypso Odysseus festhielt. Die Höhle selbst ist aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich, doch die Plattform bietet den klassischen Panoramablick über die gesamte Bucht und die Nordküste. Wer wandern mag, steigt auf der anderen Seite Richtung Nadur hinauf oder folgt den Pfaden zur benachbarten San-Blas-Bucht. Für den Sonnenuntergang bringst du am besten etwas zu trinken mit und bleibst einfach sitzen.

05 / 06

Dwejra mit Inland Sea und Fungus Rock

Der Küstenabschnitt Dwejra bei San Lawrenz ist die spektakulärste Naturlandschaft Gozos.

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Hier liegt das Inland Sea, eine flache Lagune, die nur durch einen schmalen, natürlichen Felstunnel mit dem offenen Meer verbunden ist. Kleine Boote der ortsansässigen Fischer fahren Besucher bei ruhiger See durch diesen Tunnel hinaus an die wilde Steilküste – eine kurze, aber beeindruckende Fahrt zwischen hoch aufragenden Felswänden. Vor der Küste erhebt sich der Fungus Rock, ein freistehender Felsklotz, auf dem die Johanniterritter eine Pflanze ernten ließen, der man Heilkraft zuschrieb; der Zugang war damals streng bewacht und der Fels ist bis heute geschützt. Unmittelbar daneben liegt das Blue Hole, ein natürlicher Felsschacht im Meeresboden, der über einen Unterwasserbogen mit dem offenen Wasser verbunden ist und als einer der bekanntesten Tauchplätze des Mittelmeers gilt. Das berühmte Azure Window, das jahrzehntelang hier stand, ist im Frühjahr 2017 bei einem Sturm eingestürzt; seine Trümmer bilden heute ein zusätzliches Tauchrevier. Auch über Wasser lohnt Dwejra: Die zerklüfteten Platten, der Wachturm aus der Ritterzeit und das tiefblaue Wasser ergeben eine Szenerie, die bei Sonnenuntergang und starkem Wellengang noch dramatischer wirkt.

06 / 06

Marsalforn und die Salzpfannen von Xwejni

Marsalforn an der Nordküste ist aus einem Fischerdorf zum lebhaftesten Badeort Gozos geworden, ohne dabei seinen Charakter zu verlieren.

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Rund um das Hafenbecken reihen sich Restaurants, Bars und Gelaterias; am Morgen liegen die bunten Boote still im Wasser, abends spiegeln sich die Lichter der Promenade darin. Der Strand selbst ist klein, dafür gibt es rundherum Felsplattformen und Leitern, über die du bequem ins klare Wasser steigst. Das eigentliche Highlight beginnt westlich des Ortes: Entlang der Küstenstraße erstrecken sich über rund zwei Kilometer die Salzpfannen von Xwejni, ein Schachbrettmuster flacher, in den Kalkfelsen geschlagener Becken. Mehrere gozitanische Familien ernten hier seit Generationen von Hand Meersalz – im Sommer siehst du, wie das Wasser verdunstet und weiße Kristallränder zurücklässt, die zusammengeschoben und in Felshöhlen gelagert werden. Kleine Stände verkaufen das Salz direkt vor Ort. Markant ist auch der Qolla l-Bajda, ein pilzförmiger weißer Felsen am Straßenrand. Der Weg eignet sich hervorragend für einen Spaziergang am späten Nachmittag, wenn die Sonne tief steht und die Becken wie Spiegel wirken. Von Marsalforn starten außerdem Küstenwanderungen Richtung Għasri und zur Wied-il-Għasri-Schlucht.

Reisezeit

Beste Reisezeit & Klima

April bis Juni sowie September und Oktober

Die angenehmste Zeit für einen Gozo Urlaub liegt im Frühling und im Frühherbst. Von April bis Juni ist die Insel grün, die Felder blühen, die Temperaturen liegen angenehm bei 20 bis 28 Grad und die Wanderwege entlang der Klippen sind bestens begehbar – ab Ende Mai ist auch das Meer warm genug zum Baden. September und Oktober gelten bei vielen Stammgästen als beste Wahl: Das Wasser hat noch Sommertemperatur, die Luft ist milder als im Hochsommer, und nach den Ferien wird es auf Fähre, Stränden und in Victoria spürbar ruhiger. Juli und August sind heiß, trocken und voll, eignen sich aber bestens für einen reinen Badeurlaub und für die zahlreichen Dorffeste, die Festi, die im Hochsommer stattfinden. Der Winter ist mild und grün, ideal für Wanderungen, Kultur und günstige Preise, allerdings mit kürzeren Tagen, gelegentlichen Regenschauern und reduziertem Angebot in den Badeorten. Für Taucher ist die Zeit von Mai bis November am verlässlichsten, weil die Sicht dann am besten und das Meer am ruhigsten ist.

Frühling

Von März bis Mai steigen die Temperaturen von rund 17 auf etwa 24 Grad, in den Nächten bleibt es mit 11 bis 16 Grad frisch.

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Es ist die grünste Zeit des Jahres, die Felder und Hänge stehen in Blüte, Regen fällt nur noch vereinzelt, und die Sonne scheint bereits sieben bis neun Stunden am Tag. Das Meer ist mit 15 bis 19 Grad noch kühl, erwärmt sich aber gegen Ende Mai deutlich. Ideale Bedingungen zum Wandern, Radfahren und für Besichtigungen; gelegentlich bringt der Scirocco warme, staubige Luft aus Nordafrika mit.

Sommer

Juni bis August sind heiß und nahezu niederschlagsfrei, mit Tageswerten von 28 bis 33 Grad, Spitzen über 35 Grad und tropisch warmen Nächten um 22 bis 25 Grad.

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Die Sonne scheint elf bis zwölf Stunden täglich, der Himmel bleibt wochenlang wolkenlos. Das Meer erreicht 25 bis 27 Grad und lädt bis spät in den Abend zum Schwimmen ein. Für Abkühlung sorgt meist eine stetige Meeresbrise. Mittags solltest du Schatten suchen, viel trinken und Besichtigungen wie die Tempel oder die Cittadella auf den frühen Morgen oder den späten Nachmittag legen.

Herbst

Der September fühlt sich mit 28 bis 30 Grad noch wie Hochsommer an, im Oktober sind es angenehme 24 bis 26 Grad, im November etwa 20 Grad.

Mehr zum Herbst

Das Meer bleibt lange warm und liegt im Oktober noch bei rund 24 Grad – oft die beste Badezeit des Jahres. Ab Mitte Oktober kommen die ersten kräftigen Regenschauer und Gewitter, die meist kurz sind und schnell wieder der Sonne weichen. Die Landschaft ergrünt nach dem trockenen Sommer, die Luft wird klar, und die Insel wird spürbar ruhiger.

Winter

Von Dezember bis Februar ist es mild mit Tagestemperaturen zwischen 15 und 17 Grad und Nachtwerten um 10 bis 12 Grad; Frost und Schnee gibt es nicht.

Mehr zum Winter

Es ist die regenreichste Zeit mit Schauern, kurzen Gewittern und zeitweise kräftigem Wind, dazwischen aber immer wieder sonnigen, strahlend klaren Tagen mit fünf bis sechs Sonnenstunden. Das Meer kühlt auf 15 bis 17 Grad ab. Die Insel zeigt sich grün und ursprünglich, Unterkünfte sind günstig, und Wanderungen entlang der Klippen oder Besuche in Victoria und Ta' Pinu machen bei dieser Luft besonders viel Freude. Bei starkem Wind kann der Fährbetrieb kurzzeitig eingeschränkt sein.

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