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Ägypten · Mittelmeerküste, Alexandria

Mittelmeerküste, Alexandria

Alexandria ist eine Stadt der Widersprüche: Hier endet das Ägypten der Pharaonen, Wüsten und Jahrtausende alten Grabkammern – und hier beginnt das Mittelmeer mit Seewind, Fischerbooten und Kaffeehäusern, in denen die Zeit stillzustehen scheint. Während in Kairo die Hitze über den Dächern steht, trägt der Wind in Alexandria Salz durch die Straßen.

Wissenswertes über Mittelmeerküste, Alexandria

alles, was du vorher wissen willst ♥
Beste Reisezeit April bis Juni und September bis Oktober
Flugzeit ab Frankfurt ca. 3,5 Stunden
Highlights
  • Antikes Erbe direkt am Meer
  • Festung Qaitbay am Hafeneingang
  • Palastgärten von Montaza
  • Frischer Fisch aus dem Mittelmeer
Überblick

Über Mittelmeerküste, Alexandria

Die Stadt zieht sich kilometerlang an einer weiten Bucht entlang. Die Corniche, die berühmte Uferstraße, ist ihre Lebensader: Hier flanieren Familien am Abend, hier sitzen Angler auf der Mauer, hier reihen sich Fischrestaurants aneinander, in denen du dir deinen Fang aus Eis und Meerwasser selbst aussuchst – gegrillt, mit Zitrone, Fladenbrot und Salaten. Unter deinen Füßen liegt die antike Metropole, die einst mit ihrer Bibliothek und ihrem Leuchtturm das Wissen der Welt bündelte. Von diesem Erbe erzählen Katakomben, römische Theaterränge und die mächtige Festung am Hafeneingang, die auf den Fundamenten des legendären Pharos steht.

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Wer es ruhiger mag, findet im Osten der Stadt die Strände und Gärten von Montaza, dazu Hotels direkt am Wasser wie das Sheraton Montazah, das Paradise Inn Beach Resort oder das Eastern Al Montazah Hotel. Weiter westlich, hinter Borg el-Arab, öffnet sich die Mittelmeerküste in Richtung Marsa Matrouh: türkisfarbenes Flachwasser, heller Sand und Resorts wie das JAZ Almaza Beach Resort in der Almaza Bay. Eine Alexandria Reise lässt sich so wunderbar kombinieren – ein paar Tage Stadt, Museen und Basare, danach Strandtage an der Küste.

Das Klima macht es dir leicht. Dank der Lage am offenen Meer bleibt Alexandria auch im Sommer deutlich milder als das ägyptische Binnenland, und selbst im Winter sinken die Temperaturen selten unter zweistellige Werte. Frühjahr und Herbst sind ideal: angenehm warm, das Meer noch oder schon badetauglich, die Sehenswürdigkeiten ohne drückende Hitze erreichbar.

Und dann ist da dieses Gefühl, das sich schwer beschreiben lässt – die leise Melancholie einer Stadt, die einmal das Zentrum der antiken Welt war und heute vom Fischfang, vom Hafen und von ihren Erinnerungen lebt. Du spürst es in den alten Kaffeehäusern im Zentrum, in den verwitterten Fassaden mit Balkonen und Stuck, im Licht am späten Nachmittag über dem Osthafen. Alexandria beeindruckt nicht mit Postkartenperfektion, sondern mit Charakter. Wer sich darauf einlässt, nimmt mehr mit nach Hause als Sonnenbräune: eine Stadt, die zwischen Kontinenten, Epochen und Kulturen ihren eigenen Rhythmus gefunden hat – und die dich schon nach wenigen Tagen so selbstverständlich begrüßt, als wärst du nie fort gewesen.

Anreise

Lage & Anreise

In 3,5 Stunden bist du da! Flugzeit ab Frankfurt

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Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten

01 / 06

Bibliotheca Alexandrina

Die moderne Bibliothek von Alexandria ist das architektonische Wahrzeichen der Stadt und knüpft bewusst an die legendäre antike Bibliothek an, die einst als größte Wissenssammlung der Welt galt.

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Eröffnet wurde sie im Jahr 2002 im Stadtviertel Shatby, direkt an der Corniche und nur wenige Schritte vom Meer entfernt. Das Gebäude wirkt wie eine gewaltige, aus dem Boden steigende Sonnenscheibe: Ein kreisrundes, zum Hafen geneigtes Glasdach überspannt den terrassenförmigen Hauptlesesaal, der sich über mehrere Ebenen hinabstaffelt und als einer der größten Lesesäle der Welt gilt. Die Außenmauer aus grauem Granit ist mit eingemeißelten Schriftzeichen und Buchstaben aus Alphabeten der ganzen Welt bedeckt – ein Sinnbild für den universalen Anspruch des Hauses. Für Besucher ist die Bibliotheca weit mehr als ein Leseort: Zum Komplex gehören mehrere Museen, darunter ein Antikenmuseum mit Funden aus der Region und ein Manuskriptmuseum mit alten Handschriften, außerdem ein Planetarium, Ausstellungsgalerien und Veranstaltungsräume für Konzerte und Vorträge. Du solltest mindestens zwei Stunden einplanen, am besten am frühen Nachmittag, wenn das Licht durch das Glasdach in breiten Bahnen über die Lesetische fällt. Ein Besuch lässt sich wunderbar mit einem anschließenden Spaziergang auf der Uferpromenade verbinden.

02 / 06

Zitadelle von Qaitbay

Am äußersten Ende der Hafenmole, dort wo der Osthafen auf das offene Mittelmeer trifft, erhebt sich die wohl eindrucksvollste Festung Ägyptens.

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Sultan Qaitbay ließ sie im 15. Jahrhundert errichten, um Alexandria vor Angriffen vom Meer zu schützen – und zwar genau an der Stelle, an der zuvor der Pharos stand, der berühmte Leuchtturm von Alexandria und eines der sieben Weltwunder der Antike. Dessen Überreste wurden beim Bau teilweise wiederverwendet, weshalb du im Mauerwerk immer wieder antike Säulen und Steinblöcke entdeckst, die offensichtlich nicht aus mamlukischer Zeit stammen. Der massive Hauptturm mit seinen abgerundeten Ecken beherbergt mehrere Geschosse mit Wehrgängen, Schießscharten, Zisternen und einer kleinen Moschee. Über schmale Treppen gelangst du auf die Dachterrassen, von denen sich ein großartiger Rundblick öffnet: auf die Bucht, die halbmondförmige Corniche, die Hochhauskulisse der Stadt und die Fischerboote, die unterhalb der Mauern vertäut liegen. Der Zugang führt über einen Dammweg, auf dem Einheimische angeln und Snacks verkaufen. Am späten Nachmittag ist die Atmosphäre am schönsten, wenn die Sonne über dem Wasser tiefer sinkt und die Festungsmauern warm aufleuchten. Festes Schuhwerk ist auf dem unebenen Steinboden sinnvoll.

03 / 06

Katakomben von Kom el-Shoqafa

Diese unterirdische Grabanlage ist der vielleicht faszinierendste Ort Alexandrias – und der ungewöhnlichste.

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Über eine breite Wendeltreppe steigst du mehrere Stockwerke tief in den Fels hinab, bis das Licht und der Lärm der Stadt vollständig verschwinden. Entstanden ist die Nekropole in römischer Zeit, zunächst als Grabstätte einer Familie, später erweitert zu einer weitläufigen Anlage mit zahlreichen Grabkammern, Nischen und Sarkophagen. Was die Katakomben so besonders macht, ist ihre Mischung der Kulturen: In den Reliefs und Skulpturen verschmelzen altägyptische, griechische und römische Formensprache zu einem einzigartigen Stil. Du siehst Anubis-Figuren in römischer Soldatenrüstung, Medusenköpfe über Türstürzen, ägyptische Götter neben korinthischen Säulen und Schlangenwächter an den Eingängen – ein steinernes Zeugnis dafür, wie sehr Alexandria über Jahrhunderte ein Schmelztiegel der Mittelmeerwelt war. Zur Anlage gehören außerdem ein Triclinium, in dem die Angehörigen Totenmähler abhielten, und ein Rundsaal mit beeindruckender Akustik. Der Name der Stätte bedeutet so viel wie „Hügel der Scherben“ und verweist auf die Tonreste, die hier gefunden wurden. Die Luft unten ist kühl und feucht, was besonders im Sommer eine willkommene Pause bedeutet. Fotografieren ist eingeschränkt, Treppen und Gänge sind teilweise schmal.

04 / 06

Pompeiussäule und Serapeum

Auf einem Hügel im Viertel Karmuz ragt eine einzelne, fast dreißig Meter hohe Säule aus rotem Granit in den Himmel – das höchste erhaltene antike Monument Alexandrias.

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Ihr volkstümlicher Name „Pompeiussäule“ ist historisch irreführend: Die Säule wurde tatsächlich zu Ehren des römischen Kaisers Diokletian errichtet, was eine Inschrift am Sockel belegt. Sie steht inmitten des Ruinenfeldes des Serapeums, des großen Tempelbezirks des Gottes Serapis, der in der Antike zu den wichtigsten Heiligtümern der Stadt zählte und dessen Anlage auch Bibliotheksräume umfasste. Heute erkennst du vom einst prächtigen Tempel vor allem Fundamente, Mauerzüge und Bruchstücke, dazwischen liegen Sphinxfiguren aus dunklem Granit, Kapitelle und Säulentrommeln verstreut im Gelände. Besonders spannend sind die unterirdischen Gänge und Kammern, in die du über Treppen hinabsteigen kannst – darunter Räume, die mit dem Kult des heiligen Apis-Stiers in Verbindung gebracht werden. Vom Hügel aus hast du einen weiten Blick über die Dächer, Minarette und Wohnblöcke der Altstadt, was den Kontrast zwischen antikem Fundament und heutigem Alltag greifbar macht. Das Gelände ist weitläufig und schattenarm, Kopfbedeckung und Wasser gehören deshalb ins Gepäck. Die Nähe zu den Katakomben macht die Kombination beider Stätten zum logischen Halbtagesausflug.

05 / 06

Montaza-Palast und Gärten

Im Osten der Stadt liegt die grüne Oase Alexandrias – ein weitläufiger Park auf einer Landzunge, angelegt für die ägyptische Königsfamilie.

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Den Anfang machte Khedive Abbas II. Hilmi, der hier 1892 den kleineren Salamlek-Palast als Jagdresidenz errichten ließ; er dient heute als Hotel. Das markante Hauptgebäude mit dem hohen Turm, der Haramlek-Palast, kam deutlich später hinzu: König Fuad I. ließ ihn 1932 als königliche Sommerresidenz am Meer bauen, in einer eigenwilligen Mischung aus florentinischen und maurischen Stilelementen. Das Palastgebäude selbst ist von innen nicht frei zugänglich, doch der umgebende Park lohnt den Besuch allein für sich: schattige Palmenalleen, Pinien und Eukalyptusbäume, Rasenflächen, Blumenbeete, Brücken und Wege, die bis hinunter an die Felsküste führen. Die Buchten unterhalb des Parks gehören zu den beliebtesten Badestellen der Stadt, mit feinem Sand, ruhigem Wasser und Strandschirmen in Reihen. Rund um das Areal haben sich Hotels direkt am Wasser angesiedelt, darunter das Sheraton Montazah, das Eastern Al Montazah Hotel und das Paradise Inn Beach Resort – wer hier übernachtet, hat den Park praktisch vor der Tür. An Wochenenden ist der Garten ein Treffpunkt alexandrinischer Familien, was dem Besuch eine lebendige, sehr lokale Atmosphäre verleiht.

06 / 06

Römisches Amphitheater Kom el-Dikka

Mitten im dicht bebauten Zentrum, nur wenige Minuten vom Bahnhof Misr entfernt, öffnet sich überraschend eine antike Ausgrabungsstätte.

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Das römische Theater von Kom el-Dikka wurde erst im 20. Jahrhundert bei Bauarbeiten entdeckt und ist heute die am besten erhaltene Anlage dieser Art in Ägypten. Halbkreisförmig steigen die Sitzreihen aus weißem Marmor an, getragen von Fundamenten aus Kalkstein und Granit; Teile der ursprünglichen Nummerierung der Plätze sind noch erkennbar. Die Akustik ist bis heute bemerkenswert – stellst du dich in die Mitte der Orchestra, trägt deine Stimme mühelos bis in die oberen Ränge. Rund um das Theater erstreckt sich ein ganzes Quartier spätantiker Bebauung: Reste einer römischen Badeanlage mit Hypokausten und Wasserleitungen, Zisternen, Wohnhäuser, Säulengänge und eine Reihe von Hörsälen, die als eine der ältesten bekannten Lehranlagen der Antike gelten und das Bild Alexandrias als Bildungsmetropole eindrucksvoll bestätigen. Besonders schön sind die freigelegten bunten Mosaikböden, die unter Schutzdächern präsentiert werden – darunter Darstellungen von Vögeln und geometrischen Mustern. Da das Gelände überschaubar ist, genügt rund eine Stunde für den Rundgang. Der frühe Morgen ist die beste Zeit: Dann liegt das Theater noch im Schatten und du hast die Ränge oft fast für dich allein.

Reisezeit

Beste Reisezeit & Klima

April bis Juni und September bis Oktober

Die angenehmsten Monate für einen Alexandria Urlaub sind das späte Frühjahr und der Frühherbst. Von April bis Juni liegen die Tagestemperaturen meist zwischen 22 und 29 Grad, die Luft ist trocken, es regnet kaum und die Stadt lässt sich bei Sightseeing-Touren gut zu Fuß erkunden. Ab Mai wird das Meer langsam badetauglich. September und Oktober gelten für viele als die beste Zeit überhaupt: Das Mittelmeer hat dann seine höchsten Wassertemperaturen, die größte Hitze ist vorbei und die Strände von Montaza bis Marsa Matrouh sind ruhiger als in den ägyptischen Sommerferien. Juli und August sind reine Badezeit – dann ist Alexandria das beliebteste Sommerziel der Ägypter, die Strände und Hotels sind entsprechend gut gefüllt und Buchungen sollten früh erfolgen. Dafür belohnt dich der Seewind: Alexandria bleibt im Hochsommer deutlich erträglicher als Kairo oder Oberägypten. Von Dezember bis Februar ist eine Alexandria Reise vor allem eine Kulturreise – mild, aber mit Regentagen und oft kräftigem Wind von der See. Wer Museen, Katakomben und Kaffeehäuser in Ruhe erleben will, findet dann die niedrigsten Preise und die leersten Sehenswürdigkeiten vor. Während des Ramadan verschieben sich Öffnungszeiten und das Leben in die Abendstunden, was eigenen Charme hat, aber Planung erfordert.

Frühling

Von März bis Mai steigen die Tagestemperaturen von etwa 20 auf 26 Grad, nachts bleibt es mit 12 bis 17 Grad frisch.

Mehr zum Frühling

Regen wird selten, die Sonne scheint meist den ganzen Tag, und die Luft ist angenehm trocken. Das Meer hat anfangs noch kühle 17 bis 18 Grad und erwärmt sich bis Ende Mai auf rund 21 bis 22 Grad. Im Frühjahr kann der heiße Wüstenwind Chamsin für einzelne Tage Staub und Temperatursprünge bringen – ideal ist die Jahreszeit dennoch für Stadtrundgänge und Ausgrabungsstätten.

Sommer

Juni bis August bringen Tageswerte um 29 bis 31 Grad, nachts sinkt es kaum unter 23 Grad.

Mehr zum Sommer

Regen fällt praktisch nie. Dank der exponierten Lage am Mittelmeer und einer stetigen Brise fühlt sich der Sommer deutlich milder an als im ägyptischen Binnenland, wo regelmäßig über 38 Grad erreicht werden. Dafür ist die Luftfeuchtigkeit hoch. Das Meer erreicht 26 bis 28 Grad und ist perfekt zum Baden – diese Monate sind Hauptsaison an den Stränden von Montaza, Borg el-Arab und Marsa Matrouh.

Herbst

September und Oktober gehören zu den schönsten Monaten: 28 bis 30 Grad im September, rund 26 Grad im Oktober, dazu viel Sonne und sehr wenig Regen.

Mehr zum Herbst

Das Mittelmeer ist mit 26 bis 27 Grad noch angenehm warm und bleibt es bis in den November, wenn die Tageswerte auf etwa 22 bis 23 Grad zurückgehen und erste Regenschauer einsetzen. Die Nächte werden allmählich kühler, von 22 Grad im September auf etwa 15 Grad im November – eine leichte Jacke für den Abend an der Corniche ist dann sinnvoll.

Winter

Von Dezember bis Februar bleibt Alexandria mild: tagsüber 18 bis 20 Grad, nachts 10 bis 12 Grad.

Mehr zum Winter

Frost gibt es nicht. Allerdings fällt in diesen Monaten der Großteil des Jahresniederschlags – mit kräftigen, aber meist kurzen Schauern, grauen Phasen und zeitweise stürmischem Wind von der See, der hohe Wellen gegen die Corniche treibt. Zwischen den Regentagen gibt es viele klare, sonnige Stunden. Zum Baden ist das Meer mit 17 bis 18 Grad zu kühl, für Museen, Katakomben und Spaziergänge ist der Winter dagegen angenehm.

Unterwegs

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